Dienstag, 11. März 2008

Schlaf Student, schlaf

Würden wir den heutigen Tag beschreiben stände hier...nichts.
Nach einer eher mäßigen Nacht glichen wir heute morgen beide zwei Zombies (Spannenderweise waren wir genau wie diese auch lichtscheu und schoben alles auf den Vollmond. Mysterium...). Unsere Mittagspause haben wir daher mit Schlafen verbracht und den Abend mit Fernsehen. Hier läuft auch Dr. House (juchhu!) und außerdem extrem viele Kinofilme. Eigentlich jeden Abend irgendwelche. Darüber können wir aber leider so schlecht etwas neues schreiben.
Da wir aber ein schlechtes Gewissen haben, wenn hier nichts steht kramen wir ein paar kleinere bisher unterschlagene Facts aus der "Erzähl-mal-was-mir-ist-langweilig"-Kiste.
Zunächsteinmal bestehen die Vorlesungen hier aus 50 Minuten statt wie bei uns aus 90. Daran könnte man sich durchaus gewöhnen. Und mit 3 Wochenstunden kann man dann 3 Credits verdienen (Komischerweise bekommt man für 10 Wochenstunden nur 6 Credits. Voll die Verarsche.). Auch das restliche System ist etwas verschieden. So herrscht Anwesenheitspflicht in den Vorlesungen, das akademische Viertel fehlt und bei einem unserer Professoren bekommt man Pluspunkte fürs Lächeln...gut für Doro, das Sonnenscheinchen, schlecht für mich grimmiges Wesen.
Eine weitere Kuriosität, die hier häufig vorkommt sind Bettler. Soweit nicht kurios, die gibt es ja auch in Deutschland. Allerdings ist ihre Vorgehensweise etwas anders. Die einen sitzen tagelang regungslos in der Ecke, die anderen tragen Gummihosen, die dazu dienen eine beinlose Optik zu erzeugen, liegen mit dem Bauch auf einem gepolsterten Skateboard, bewegen sich mit den Händen in lilafarbenen Gummilatschen vorwärts und schieben eine etwas veraltete "Jukebox" vor sich her, die irgendwelche melancholische Melodien quält. Dazwischen gibt es noch Zwischenstufen. Scheint eine Art Hirarchie zu geben und irgendwelche versteckten Shops für Bettlerequipment. Set1 für den ambitionierten Hobby-Bettler enthält eine Pappkiste und dreckige Klamotten, Set2 hat noch ein gepolstertes Skateboard dabei, usw.
Eine ganz besondere Bettlerin hat als Hobby Passanten zu schlagen. Das klingt alles bei ernsthafter Betrachtung nicht wirklich lustig (sind ja auch arme Schweine), aber im jeweiligen Moment hat das durchaus humorvolle Züge. Grade die gewalttätige Bettlerin ist offensichtlich stadtbekannt. Sie hält sich immer in der jeweiligen Rushhour in der U-Bahn auf und sitzt ansonsten an Knotenpunten, wo viele Personen vorbei kommen. Dort ist sie auch schon recht bekannt und teilt die Menschenmasse wie einst Mose das Meer. Nur die armen Touris laufen immer wieder nichtsahnend in die Falle und werde dann etwas unsanft getätschelt. Heute war es ein Mormonenpärchen, das gradlinig in die Falle gelaufen ist. Ich konnte den Gedanken nicht unterdrücken, ob sie sich gefragt haben, ob das Gottes Wille war. Es trifft halt doch meistens die richtigen.
Bezüglich der Mormonen muß man auch erwähnen, daß viele Asiaten recht gläubig zu sein scheinen. Daher wundert es dann auch nicht weiter, daß in unregelmäßigen Abständen ein Van mit Lautsprechern durch die Straßen fährt und Werbung für Jesus macht. Jesus hat demnach auch eine eigene Homepage und ist unter www.jesus2.org zu erreichen. Spannend, was man so alles aus dem Himmel schaffen kann.
Viel mehr fällt uns jetzt auch so spontan nicht mehr ein. Hoffen wir mal darauf, daß diese Nacht besser wird und wir morgen etwas schönes zu schreiben haben.
P.S. Kann uns jemand den Unterschied in der Klangwelt zwischen ㅅ und ㅈ erklären? Wir brechen uns hier die Zunge raus und irgendwie klingt das alles gleich für das westliche Ohr. Hiiiiiilfe!

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Auch auf den Philippinen ist man gläubig.

In einem Radiosender läuft mehrmals pro Stunde folgende Werbung:
"A family that prays together, stays together. So please, pray the rosary!"

Jetzt ist wohl klar, warum in Deutschland die Scheidungsrate so hoch ist ...