Samstag, 22. März 2008

Ewerizing oriszinal

Das Wochenende ist da. Und mit ihm die gute Laune. Selbige kann uns nichtmal die bescheuerte Muddi beim Frühstück verderben. Die Laune ist sogar so gut, daß Doro vormittags aufräumt.
Ich konzentriere mich währenddessen auf meine Kernkompetenzen und installiere die koreanischen Schriftzeichen auf unseren Laptops um alle Leser in Zukunft mit Schriftzeichen in 한글 quälen zu können.

Pünktlich zur Mittagszeit machen wir uns dann auf den Weg nach Itaewon. Dieses Viertel ist dafür bekannt ein Touristenviertel zu sein und vor allem amerikanischen Touris das Geld aus der Tasche zu ziehen. Also nichts wie hin, schließlich will auch unser Geld ausgegeben werden. So einfach machen wir es dem schnöden Mamon aber nicht zu fliehen.

Kaum aus der U-Bahn gestiegen strömen fünf westliche Gesichter an uns vorbei. Massen gradezu! Und es sollten nicht die letzten sein. Itaewon ist klar in westlicher Hand.
Dort gibt es vor allem zwei interessante Dinge. Läden für Fälschungen und Maßschneidereien. Die sind zwar wesentlich teurer, als z.B. in Vietnam aber wesentlich günstiger als in Europa. Und dazwischen wie immer das goldene M. Leider sind nämlich die Restaurants in dem Viertel recht westlich und haben daher überteuerte Preise angenommen. Durch das Mittagsspecial werden wir mit 3.000 SKW p.P. beide satt. Wobei sich der Gedanke aufdrängt, daß die Kameraden der globalisierten Frittenbude bei der Cola sparen indem sie Massen an Eis hineinkippen. Wir werden das im Auge behalten. Zum Nachtisch wandern wir dann ein paar Ecken weiter in eine Art Eiskaffee. Das ist allerdings etwas besonderes. Hier wird aus einem Milcheis (bisher noch langweilig eintönig) und diverse Zutaten (Brownies, Chocolate chips, Schokosoße,...) live ein Eis gemischt und in einer frisch gebackenen Waffel verpackt. Nicht ganz günstig, aber dafür einfach lecker. Zur Abwechslung und Unterhaltung fangen die Bedienungen zwischendurch auch einfach mal an im Chor zu singen. Komischer Laden, der aber sicherlich immer mal wieder einen Besuch wert ist.Danach stürmen wir in eins der Kaufhäuser vor Ort. Lauter billige Fälschungen und schlechte Imitationen verkürzen unseren Aufenthalt in der muffigen Halle auf wenige Minuten. Auf der Straße geht es dann gleich weiter. Neben "oriszinall guzzi" gibt es eigentlich jede westeuropäische Edelmarke zu kaufen. Und natürlich hunderttausende "customized suits, only for gentleman".

Um dem Trubel etwas zu entkommen zweigen wir von der Straße ab und laufen ohne erkennbares Ziel einen Berg hinauf. Klingt bescheuert - fand ich auch bescheuert. Doch oh Wunder, der weibliche Instinkt führt uns durch das Villen- und Botschaftsviertel gradezu zum Leeum Samsung Museum of Art. Wir wollten uns zwar kein Museum antun, aber schon die Außenanlage war den Besuch wert. Nach einem kurzen Nickerchen auf einem zur Bank umfunktionierten Kunstwerk machten wir uns wieder auf den Rückweg Richtung fancy appartment in der cozy serviced residence. Auf dem Weg werden wir in der U-Bahn noch von ein paar Elitechristen überrannt, die uns auf Grund des morgigen Osterfests noch mit gekochten Eiern überraschen. Wir gehen gleich zweimal vorbei uns stauben doppelt ab. Machen wir selbstverständlich nur, weil die Jungs sich so wahnsinnig freuen uns etwas schenken zu dürfen. Zu Hause erwartet uns jetzt zu meiner hellen Begeisterung wieder der Unistoff. Der Stundenplan zwingt uns zu einer erneuten Zusammenfassung für Montag. Ich würde gerne mehr schreiben um mich vor der Arbeit zu drücken, aber mehr fällt mir zum größten, persönlichen Bedauern nicht ein. Zum Heulen.

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