Freitag, 21. März 2008

Frei frei frei Freitag

Endlich wieder Freitag - nicht nur bedeutet das ausschlafen, weil wir keine Vormittagsvorlesungen haben, sondern auch letzter Tag vor dem immer heiß ersehnten Wochenende. Hurra.
Der Tag begann also wie jeder Freitag laut schnarchend - sind ja schließlich gestern auch spät genug im Bett gewesen. Wir entschieden uns also dazu den Tag ruhig zu verbringen und gerade so zeitig zur Uni zu gehen, dass wir allen Verpflichtungen nachkommen können. Und das haben wir auch einwandfrei hinbekommen. Nach Abgabe einer Kopie von Cons Alien Registration Card bei einem der vielen International Offices der Yonsei für den neuen Vertrag mit Casaville holten wir noch schnell unsere koreanisch Bücher, die wir gestern Abend in der Global Lounge deponiert hatten und machten uns auf den Weg zum nächsten International Office am anderen Ende des Campus um dort wie per Email angekündigt unsere Student-ID-cards abzuholen. Nachdem wir völlig außer Atem den Berg hochgestapft waren und voller Erwartung unsere Karten in Empfang nehmen wollten stellte sich das eigentlich zu erwartende heraus, unsere Student IDs waren als einzige natürlich noch nicht fertig. Wer hätte das gedacht.
Dort haben wir dann auch angesprochen, dass wir in der Bibliothek nicht registriert sind und mit unserer Nummer weder offiziell hineinkommen, noch dort uns in die Computer einloggen oder drucken könne. Nach Angaben von unserem guten Freund Mr. Kim (das ist übrigens der häufigste Nachname in Südkorea und bedeutet Alge) sollte sich das Anfang nächster Woche klären.

Im Anschluss sputete ich mich ins Korean Language Institute (KLI) zu kommen und noch schnell die Hausaufgaben für Cons und mich vor der Stunde zu machen und Cons ging ins International House um die reduzierte Miete der nächsten Monate zu zahlen. Dort stellte sich heraus, dass mit seinen Kreditkarten das monatliche Limit bereits überschritten ist, sodass Bezahlen unmöglich war. Ärgerlich, Shoppen am Wochenende fällt aus.

Die koreanisch Vorlesung zog sich wir immer, aber wir machen unbestreitbar Fortschritte. Eine Selbstvorstellung in vier bis fünf Sätzen ist schon fast überhaupt kein Problem mehr. Allerdings ist das Wörtchen "fast" in der Beschreibung das dominierende. Nur weniger wichtige Worte prägen sich bei uns ein wie Icecream - A-i-sö-kö-ri-me oder Fernseher - Telepißione. Die Koreaner haben nämlich sowieso Probleme mit dem F. Philliphs wird Pillips genannt, aus einem Fest wird die Pest und ich frage mich was aus foppen wird...

Apropo Te-le-pi-ßi-o-ne, Arni Schwarzenegger ist hier stark im Trend - jeden Abend kämpft sich der österreichische Mukki-governor mutig und heldenhaft durch die Plimmerkiste.

Auf dem Rückweg mit Jasper trafen wir lustige, in einfarbigen etwas tuntigen Ganzkörperanzügen verkleidete Koreaner. Es gab blau, gelb, grün und pink. Je nach Farbe trugen sie ein + - x oder / mit sich herum. Sie waren überall auf unserem Weg zu finden - immer in 4er-Mathe-Grüppchen. Der Sinn blieb uns nicht lange verborgen, denn wir hatten die lustigen Leute schon einmal gesehen und nach ihrer Mission gefragt: Werbung für Handys. Wohl nicht für uns gemacht, aber auffällig auf jeden Fall. Diese polychromen Gesellen stellten dann im Vorbeigehen auch gleich mal fest wie hübsch (sprich "bjuuuutiful") ich sei. Wie wahr, wie wahr!
Nun sind wir wieder zu Hause und freuen uns auf die kommenden zwei Tage, die wieder ereignisreicher werden.

Wir haben zudem noch herausgefunden, was es bedeutet, wenn man von der bettelnden Schläger-Lady getroffen wird. Allerdings ganz klar ist das nicht, denn es existieren verschiedenen, auch komplett gegensätzliche Gerüchte. Nummer 1 sagt schlechte Noten vorher. Nummer 2 verspricht gute Noten. Nummer 3 sorgt für ein mindestens 2-jähriges Liebestief Single Dasein. Nummer 4 ist eine Art Kombipaket: Entweder Glück in der Liebe und schlechte Noten oder andersherum. Wir fragen uns, ob ob es eine Erfahrung wert ist und wir eine wissenschaftliche Studie dazu aufstellen solltene. Noch sind wir uns nicht einig. Verhandlungen laufen.

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