Freitag, 14. März 2008

Kultur in Palast und Büro

Juchhu, Freitag. Kein Vormittagsunterricht und abends "nur" Koreanisch. Wir hatten uns etwas Sightseeing vorgenommen und so sollte es auch sein. Also um 8.30 Uhr schon zum kontinentalen Frühstück im Casa Ville (mit "Best Quility" Kaffee und Mikrowellenbrötchen) und dann auf zum Deoksugung Palast. An selbigem war ich schon bei meinem Besuch im Rathaus vorbei gelaufen und wollte ihn nun zusammen mit Doro mal von innen betrachten.

Pünktlich um 11 standen wir also an der Pforte des Palastes, zahlten brav unsere 1.000 SKW und heinein ging es. Just in diesem Moment bewegt sich etwas und eine Schar lustig "alt-koreanisch" gekleideter Soldaten marschiert heran und zieht eine Show vor dem Tempel ab. Was ist denn das bitte? Um drinnen zu sein muß man zahlen und dann ziehen die für die draußen gebliebenen extra ne kostenlose Nummer ab. Das ist doch nur ein Trick um die Besucher wieder raus zu locken und danach nochmal Eintritt zahlen zu lassen. Nicht mit uns, von hinten ist die Show auch nicht so schlecht.

Irgendwann marschieren die Jungs dann weiter und wir machen uns an die Besichtigung des Palastes. Wie überall bei den Palästen sind auch hier eigentlich nur Außenanlagen zu sehen. Das liegt daran, daß Inneneinrichtung in dem alten Koreanischen Kaiserreich eher unterrepräsentiert war und auch Innenarchitektur maximal in den Kinderschuhen steckte. Dafür gab es auch hier eine Fußbodenheizung. Glücklicherweise gab es hier keine freiwilligen Führer und daher blieb und eine weitere Belehrung zur Fußbodenheizung erspart. Während so aus mehr schlecht als recht versteckten Lautsprechern im Palast entspannende Musik plätschert betrachten wir also die alten und auch neueren Gebäude des Palastes. Im neueren Teil ist auch noch ein Kunstmuseum untergebracht. Das heben wir uns für schlechte Zeiten auf und stochen auf ein kleines Hüttchen am anderen Ende der Mauern zu. Es ist ein Kiosk, der neben Eis auch ein in Korea sehr rares Gut verkauft. Ansichtskarten! Die gibt es nämlich ansonsten nirgends. Da erwartet man jetzt horrende Preise und wird überrascht, daß es 4.000 SKW für ca. 20 Postkarten kostet.
Nach einem kleinen Eis und den glücklich machenden Postkarten lustwandeln wir weiter durch die stilvoll angelegten Grünanlagen und bestaunen dieses ruhige, grüne Fleckchen Erde in Mitten der Wolkenkratzer.
Als wir den Palast dann einmal vollständig durchforstet haben überkommt uns das Gefühl einen Stadtbummel zu machen.

So wandern wir also ein paar Blocks weiter bis unser Blick auf eine Datumsanzeige fällt. Hmm, was war denn nochmal am 14.03.? Da war der koreanische Valentinstag, an dem alle koreanischen Mädels mit irgendwelchen unterirdisch kitschigen Blumensträußen und ähnlichem Schrott beschenkt werden. Das hatte ich Doro (sehr zu ihrer Zufriedenheit) erspart. Das war es aber nicht, was wir suchten - heute war der Tag, an dem wir unsere Alien Registration Card abholen sollten.

Und nur noch 3,5 Stunden bis wir wieder in der Uni sein sollten. Der Stadtbummel war vergessen. Nach Hause, Unterlagen einpacken, los aufs Amt. Dort also eine Nummer gezogen und auch sofort dran gekommen. Wir hielten unsere Pässe und unsere AlienCard in den Händen. Hochgefühl. Dazu bekamen wir einen Zettel mit einigen Hinweisen. Die ignorierten wir Anfangs geflissen und stellten schon fast im Hinausgehen fest, daß uns dieser Hinweis eventuell doch betreffen könnte. Da stand geschrieben, daß man als Visumsbesitzer im Falle einer Ausreise sich abmelden müsse und eine Art neue Einreiseerlaubnis beantragen müsste. Das klingt etwas komisch, also kurzerhand nachgefragt. Der freundliche Herr am Tresen klärt uns daraufhin auf, daß ich mir keine Sorgen machen müsste, da ich ein-und ausreisen könne wie ich wollte. Doro hingegen mit ihrem in Korea beantragten Visum müsse erst ein Permit of Reentry beantragen. Das würde 50.000 SKW kosten und dafür müssten wir eine Nummer ziehen. Zu früh gefreut. Also wieder zum Kellerkiosk und Geld in Briefmarken wechseln, dann Nummer ziehen und entsetzt feststellen, daß noch 46 Nummern vor uns an der Reihe sind und nur 2 von 4 Schaltern besetzt sind. Wir reagieren wie gewohnt professionell und machen es uns mit dem iPod bequem (Das Teil ist sowas von Gold wert). Um 15 Uhr mache ich mich dann auf den Weg zur Uni, um wenigstens halbwegs pünktlich anzukommen. Doro verharrt währenddessen weiterhin im Immigration Office. Ich schaffe es nicht pünktlich zu koreanisch und falle erschöpft in den Stuhl.

Wenig später kommt Doro an. Sie war kurz nachdem ich sie verlassen hatte an die Reihe gekommen um dann festzustellen, daß für Deutsche eine derartige Erlaubnis nicht von Nöten sei. Zwei Stunden zwecklos vertrödelt und eine Erfahrung reicher. Um nicht auch noch 50.000 SKW ärmer zu sein wedelt sie der nicht englisch sprechenden Kioskbesitzerin so lange mit den Briefmarken vor der Nase rum bis diese aufgibt und die Marken wieder zurück nimmt.

Koreanisch wird uns immer unsympatischer. Die paar Vokabeln die wir kennen sollten können wir uns nur sehr schwer merken und Erklärungen in einer verständlichen Sprache sind auch Mangelware. So n Dreck. Eine Wegbeschreibung verstehen wir immer noch nicht. Dafür soll ich inzwischen "Ich bin Journalist" sagen können. Das sind Sätze, die die Welt braucht.

Dazu gibt es dann auch noch wie in der Grundschule Hausaufgaben auf. Zum Würgen.

Nach Koreanisch laufen wir bereit wieder nach Hause. Auf dem Weg liegend kommen wir an einer der Warteschlange nach zu urteilen sehr begehrten Futterstelle vorbei. Es heißt Mr. Wwo (sprich: wau) und verkauft heißen Hund. Irgendwie lustig, würde ein Koreaner den Witz verstehen würde er sicher hüpfen und winken. Daher stellen wir uns auch mal in die Schlange und kaufen das scharfe Würstchen im Brötchen. Mjammjam. Hund ist das zwar sicherlich nicht, schmeckt aber trotzdem.

Heute abend ist Happy Hour bei Watts on Tap. Mal sehen ob wir da vorbei schauen. Ansonsten stehen die Pläne für das Wochenende. Morgen werden wir den weltgrösten Markt für Gemüse und Obst besuchen und im Techno Markt Headsets, eine Maus und ein PC Spiel kaufen (Wenn die Preise halbwegs passen). Der Sonntag wird eher im Zeichen der Uni untergehen. Eine Schande, daß man durch die Uni vom Kennenlernen fremder Kulturen abgehalten wird.

Ach ja, unser erstes Album hat die 500 Bilder erreicht und daher setzen wir das ganze im zweiten Album einfach fort.

Der Abend war mal wieder ganz nett. Der kleine Raum ist immer ein Garant für gute Stimmung. Viele Pitcher, ein günstiger Abend und viele nette Leute. Immer wieder ne super Gelegenheit fremde Wesen anzuquatschen. Also einige neue Personen kennen lernen, einiges trinken und viel Spaß haben. Das ganze war zusätzlich noch Happy Hour. Nette Sache. Wir wurden gleich mal zum Wettsaufen eingeladen.

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

halihallo bei euch in belgisch kongo...!!!^^

Anonym hat gesagt…

Die Bilder vom Kaiserpalast sind faszinierend, ganz besonders beeindruckend aber finde ich das Nebeneinander von alter Kultur, Tradition und Modernen Bauten. Einfach nur toll. ---- Die Koreanerinnen sind den Europäern scheinbar sehr zugetan!? Doro beäugt die Asiaten skeptisch und scheint sich unter Europäern wohler zu Fühlen??!!