Eine Kuriosität erwartete uns heute bereits beim Frühstück. Die dort arbeitende Servicekraft, nennen wir sie einfach mal "beknackte Muddi" ist nämlich sicherlich mal bei der Stasi gewesen und spricht zudem kein Wort Englisch. Sie überwacht alle auf Schritt und Tritt und observiert uns am Buffet genauestens. Das nervt zwar etwas, bremst aber meinen Appetit nicht sonderlich. Etwas merkwürdig wurde es dann, als Doro ihren Teller am Tisch zurück lies, um sich etwas zu Trinken zu besorgen. Denn die bekloppte Muddi kam auf einmal mit einem Teller an und stellte ihn samt Butter in die Mikrowelle. Etwas ungewöhnlich war dabei, daß offensichtlich noch jemand genau zwei Milchbrötchen geladen hatte mit zwei Butterpäckchen. Die Metalldeckel der Butter knisterten also fröhlich vor sich hin und wir dachten uns nichts weiter dabei und gingen zurück zum Tisch. Nur war der irgendwie erstaunlich leer. Der Gedanke daran, daß die bekloppte Muddi grade Doros Teller aus einem uns nicht ersichtlichen Grund in die Mikrowelle gestellt hatte war nicht mehr zu verdrängen. Noch dazu, als eine wie immer grimmig drein schauende Frau den besagten Teller am Nachbartisch abläd. Der dort sitzende Mann guckt sicherlich genauso blöd wie wir und zuckt dann synchron mit uns die Schultern. Das rafft sogar die bekloppte Muddi und bringt uns nun den Teller. Sie greift die Brötchen und klopft wie eine Wilde mit dem Handrücken darauf ein. Daraus schließen wir dank ausgeprägter telepathischer Fähigkeiten, dass die Brötchen nun warm seien. Sie stellt den Teller wieder hin und verschwindet, um das Buffet weiter zu observieren. *amkopfkratz* Wir sind etwas ratlos.
Inzwischen haben wir zwei neue Brötchen mit Butterpäckchen aufgetrieben und da stehen also nun 4 Brötchen vor uns sowie zwei angekokelte Butterpäckchen und zwei frische. Trotz der manuellen Vergewaltigung zweier Brötchen durch die bekloppte Muddi stopft Doro die Brötchen in sich hinein. Beeindruckend wie koreanisches Essen ihren Ekelfaktor gesenkt hat.
Wenn man dann fertig gegessen hat wird dann der Müll von den Tellern und Essensresten fachmännisch getrennt. Auch hier ist Muddi wieder mit von der Partie und greift schonmal mit Gewalt dazwischen wenn man Essensreste in den Müll tut oder umgekehrt. Dabei wird auch noch etwas herumgefuchtelt und das vokale Organ zum Anschlag gebracht. Teilweise muß man da das Lachen oder den Wutausbruch echt unterdrücken. Und das am frühen Morgen.
Nur der schöne leicht getrübte Ausblick zusammen mit klassischer Musik im Raum hält einen da noch ruhig.
Danach dann wiedermal zur Uni und schnell in einem der unzähligen, unterirdischen Gänge das notwendige Workbook gekauft. In die Vorlesung, aus der Vorlesung raus, ab nach Hause. Dort erstmal Hausaufgaben für den Koreanischkurs gemacht, die Doro schon gemacht hat und die ich vertrödelt habe. Ein kleines Mittagsschläfchen weckt die Geister.
Als nächster Programmpunkt steht "Besuch der Dt. Bank" auf dem Programm. Otto Normalbürger hätte sich jetzt vielleicht sofort suchend in die Fluten gestürzt - wir nicht. Wir versuchen also mit Hilfe der uns zur Verfügung stehenden Karte das Ziel auszumachen - und scheitern. Nichts passt zusammen. Die U-Bahn Station passt nicht zum angegebenen Gebäude und der Bezirk passt garnicht. Na toll, wie soll ich denn hier an Geld kommen, wenn man erstmal einen Irrgarten durchwandern muß, bevor man das Geld findet. Die Herausforderung verschieben wir gönnerhaft auf morgen. Heute also immernoch Koreanischkurs ohne Buch.
Den Koreanischkurs könnte man gönnerhaft als Herausforderung bezeichnen. Das Malen der Buchstaben erinnert entfernt an Malen nach Zahlen, doch die Laute erinnern einfach an - nichts! 3 verschiedene k's, p's und t's soll es geben, aber uns bleibt es verwehrt den Unterschied herauszuhören. Versuchen wir das nachmachen, so nickt die niedliche Lehrerin nur noch grinsend und resignierend mit dem Kopf. Ich glaube, sie findet uns tierisch lustig.
Dort werden wir dann auch so ein winkendes Wesen nach dem Weg fragen (Dazu muß man wissen, daß sich die koreanische Jugend offensichtlich in einer Begrüßungskrise befindet. Die Hand geben ist zu westlich und eine Verbeugung ist zu alt. Also stehen die Jugendlichen sich etwas unschlüssig gegenüber und winken sich aus 30cm Entfernung mit zwei Händen etwas epileptisch wirkend zu).
Nach der Uni sind wir ganz ungeplant weiter in die Tiefen der koreanischen Kü
chenkunst hineingerutscht. Wir standen da so ganz unschuldig an der Ampel, als Doro plötzlich einen ungewöhnlich wohlriechenden Duft mit ihrem Näschen wahrnahm. Ein gänzlich neues und aufregendes Erlebnis. Wir folgten unseren Riechkolben und fanden einen der vielen die Straßenränder säumenden Fresswägen. Aber dieser war anders als alle anderen! Ohne groß nachzudenken kauften wir 3 der angebotenen "Teile" für 2000 KRW. Einfach reinbeißen und genießen - eine Wonne für jeden Süßschnabel! Innen - ein großer Hauch von karamelisiert-zimtzuckrigen Nichts, außen - eine knusprige Kruste... ein Traum von einer Nachspeise. Jesus Maria, da rockt der Zuckerspiegel.
Inzwischen haben wir zwei neue Brötchen mit Butterpäckchen aufgetrieben und da stehen also nun 4 Brötchen vor uns sowie zwei angekokelte Butterpäckchen und zwei frische. Trotz der manuellen Vergewaltigung zweier Brötchen durch die bekloppte Muddi stopft Doro die Brötchen in sich hinein. Beeindruckend wie koreanisches Essen ihren Ekelfaktor gesenkt hat.
Wenn man dann fertig gegessen hat wird dann der Müll von den Tellern und Essensresten fachmännisch getrennt. Auch hier ist Muddi wieder mit von der Partie und greift schonmal mit Gewalt dazwischen wenn man Essensreste in den Müll tut oder umgekehrt. Dabei wird auch noch etwas herumgefuchtelt und das vokale Organ zum Anschlag gebracht. Teilweise muß man da das Lachen oder den Wutausbruch echt unterdrücken. Und das am frühen Morgen.
Nur der schöne leicht getrübte Ausblick zusammen mit klassischer Musik im Raum hält einen da noch ruhig.
Danach dann wiedermal zur Uni und schnell in einem der unzähligen, unterirdischen Gänge das notwendige Workbook gekauft. In die Vorlesung, aus der Vorlesung raus, ab nach Hause. Dort erstmal Hausaufgaben für den Koreanischkurs gemacht, die Doro schon gemacht hat und die ich vertrödelt habe. Ein kleines Mittagsschläfchen weckt die Geister.
Als nächster Programmpunkt steht "Besuch der Dt. Bank" auf dem Programm. Otto Normalbürger hätte sich jetzt vielleicht sofort suchend in die Fluten gestürzt - wir nicht. Wir versuchen also mit Hilfe der uns zur Verfügung stehenden Karte das Ziel auszumachen - und scheitern. Nichts passt zusammen. Die U-Bahn Station passt nicht zum angegebenen Gebäude und der Bezirk passt garnicht. Na toll, wie soll ich denn hier an Geld kommen, wenn man erstmal einen Irrgarten durchwandern muß, bevor man das Geld findet. Die Herausforderung verschieben wir gönnerhaft auf morgen. Heute also immernoch Koreanischkurs ohne Buch.
Den Koreanischkurs könnte man gönnerhaft als Herausforderung bezeichnen. Das Malen der Buchstaben erinnert entfernt an Malen nach Zahlen, doch die Laute erinnern einfach an - nichts! 3 verschiedene k's, p's und t's soll es geben, aber uns bleibt es verwehrt den Unterschied herauszuhören. Versuchen wir das nachmachen, so nickt die niedliche Lehrerin nur noch grinsend und resignierend mit dem Kopf. Ich glaube, sie findet uns tierisch lustig.
Dort werden wir dann auch so ein winkendes Wesen nach dem Weg fragen (Dazu muß man wissen, daß sich die koreanische Jugend offensichtlich in einer Begrüßungskrise befindet. Die Hand geben ist zu westlich und eine Verbeugung ist zu alt. Also stehen die Jugendlichen sich etwas unschlüssig gegenüber und winken sich aus 30cm Entfernung mit zwei Händen etwas epileptisch wirkend zu).
Nach der Uni sind wir ganz ungeplant weiter in die Tiefen der koreanischen Kü
Spät abends erreicht uns noch ein Anruf unseres Mitstudenten Jasper. Er läd uns ins "Watts on Tap" ein. Kurzentschlossen machen wir uns auf den Weg. Irgendwie klingelt es bei dem Namen irgendwie. Nach einiger Zeit fällt der Groschen - das ist doch Seans Bar zu der wir immer mal hin wollten und eine Anfrage wegen der Wohnung aufhängen.
Die Bar ist winzig, die Atmosphäre kuschelig und gut. Das Bier ist etwas teurer, als an anderen Orten, dafür ist die Auswahl reichlich. Das erste Mal im meinem Leben bekomme ich im Ausland ein deutsches Bier vorgestellt, was ich nicht kenne. Rheinania. Sean ist wesentlich jünger als erwartet und westlicher Herkunft. Er kommt aus Kanada. Mit der Zeit trudeln einige weitere Mitstudenten ein. Wir spielen Darts , ich unterliege Jasper zweimal hintereinander und habe erstaunlicherweise dennoch hervorragende Laune. Um halb eins löst sich die lautere Runde auf und wir fallen fröhlich ins Bettchen.





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