Der Tag begann mit GBE und der Feststellung, daß ich in der Präsentation mit 14 von 15 Punkten bewertet wurde. Woran der eine Punkt gescheitert ist geht aus der Beschreibung hervor - Phu der Bär hat es versaut. Doch auch 14 von 15 sind eine stattliche Leistung und so machen wir uns nach der gewohnt langweiligen Stunde mit stolz geschwellter Brust auf den Heimweg um mal wieder ein Nickerchen zu machen. Wir haben nämlich heute Abend eine Einladung für Ruths Geburtstag und morgen früh wieder Uni.
Koreanisch bietetmal nach dem Aufstehen wieder den Höhepunkt des Tages was schlechte Laune angeht. Diese Sprache bringt uns noch an den Rand des Wahnsinns. Mit Ende der Stunde verlassen wir (und mit uns alle anderen) fluchtartig das Gebäude.
Nachdem wir auf dem Heimweg zwei Supermärkte nach möglichen Geschenken durchforsten sind wir etwas ratlos. Torten sind wesentlich zu teuer für zwei Personen und auch sonst bieten sich nur begrenzte Möglichkeiten. Wir entscheiden uns für die selbstzusammengestellte "süße Mischung" westlicher Süßigkeiten mit Toblerone und allem was sonst noch so dazugehört. Während Doro sich in Richtung Schlafgemach begiebt suche ich noch zwei weitere Supermärkte nach Packpapier bzw. wenigstens einer simplen Schnur ab - vergeblich. Um ein Haar hätte ich eine Hundeleine gekauft um sie zu zerschneiden und als Schnur zu nutzen. Sie erschien mir allerdings etwas kurz. Komisch ist es schon, daß man im Supermarkt zwar eine Hundeleine bekommt, aber nichtmal irgendeine noch so exotische Schnur. Mir hätte ja schon Zahnseide genügt.
Also verpacken wir das ganze in einer stinknormalen Plastiktüte. Nicht schön, aber selten.
Damit machen wir uns dann gegen 22 Uhr auf den Weg ins "Woodstock". Die Wegbe
schreibung ist falsch, wir finden es dennoch. Das Woodstock ist eine 60s Bar die bewußt müllig aussieht. Jeder kann irgendetwas mit einem Edding an die Wände schreiben, oder in den Tisch ritzen, auf den Stuhl schreiben,...
Selbstverständlich fehlt auch keine Platte aus den 60ern. Wirklich eine recht einfallsreiche Geschichte. Ruth scheint sich auch über unsere Süßigkeiten zu freuen. Außerdem bekommt sie noch eine Torte (Ein Glück, daß wir keine gekauft haben) mit Kerzen in Penisform und einem Lutscher, der
eigentlich ein Kondom ist. Von der Aussage mal ganz abgesehen wunderte uns, wo man denn soetwas hier in Korea herbekommen kann. Noch mehr wunderte uns die Antwort: Neben der Ewha Womens (!) University gibt es einen Kondomshop. Und das hier im prüden Korea!!! Shocking.
Das werden wir demnächst mal genauer unter die Lupe nehmen.
Ein paar Bierchen und schon zwei Stunden später machen wir uns auf den Heimweg. Morgen früh ruft der Wecker wieder nach uns.





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