Jeder hat doch einmal diese Tage, an denen er sich fragt, ob alle um einen herum total bescheuert sind, oder man selber. Solch einen Tag haben wir heute erfahren.
Wir hatten uns um 15 Uhr für die Vorbereitung des International Cooking Festival verabredet und den Vormittag brav für die Uni genutzt.
Pünktlich 15 Minuten zu spät trafen die koreanischen Mitstreiter ein. Und so nimmt das Scicksal seinen Lauf.
Man stelle sich einmal vor, daß wir für 80 Personen deutsch kochen sollen. Ers
teinmal haben sich die Koreaner einfach über unsere Vorschläge hinweg gesetzt und Schnitzel und koreanische, scharfe Wurst gekauft. Wie dumm muß man eigentlich sein, um dem Deutschen bei einer Diskussion um deutsches Essen zu widersprechen. Vor allem, wenn man noch nie das Land verlassen hat. Und wie viel dümmer ist es dann Wiener (!) Schnitzel machen zu wollen.
Es soll sich allerdings herausstellen, daß 80 Würstchen und 50 Stück Fleisch einfach mal eingekauft wurden (man erinnere sich an 80 Personen). Auf die Frage nach dem Menüplan wird uns dann entgegnet, daß man sich darüber noch keine Gedanken gemacht hat. Unsere Anregung zu Kartoffelsalat wird zwar aufgenommen, aber nur mit 6kg Kartoffeln belohnt. Koreaner denken nämlich, daß man Schnitzel nur mit Würstchen isst...
Dazu muß man noch sagen, daß koreanische Studenten NIE kochen, sondern sich nur aufs studieren konzentrieren. Da ist es auch nicht verwunderlich, daß das Braten eines Würstchens glatt schief geht und nur ein Stück würstchenförmige Kohle übrig bleibt - ein top Team für das Cooking Festival.
Heut
e sollte außerdem die Dekoration besprochen und erstellt werden. Dafür haben die Koreanermädchen auch zig Seiten Tonpapier eingekauft und auch sonst nicht gespart. Dafür ist das Budget inzwischen überschritten und es fehlen noch eine Menge Zutaten um ein halbwegs brauchbares Essen zu produzieren. Es existieren also schinmal keine Kostenplanung und kein Verständnis vom Kochen. Dem aber nicht genug.
Wir treffen also bei einer der Mädels zu Hause ein um dort die 10kg Kartoffelsalat vorzubereiten. Wir treffen auf eine einsame Kochplatte, ein kleines Messer und zwei Schüsseln von der Größe eines tiefen Tellers. Das wird ein Spaß. Zudem stellen wir fest, daß die eingekauften Zutaten nicht richtig sind und der Kartoffelsalat ziemlich eklig werden wird. Doro ist über eine derartige Nahrungsvergewaltigung am Boden zerstört.
Um das ganze wenigstens irgendwie zu retten schicken wir die Koreaner noch Zitronen für die Schnitzel kaufen - da sollte ja nichts schief gehen. Zitronen bringen sie auch mit zusammen mit Dosen voller Ananas - als Sidedish.
Fassen wir also mal zusammen was wir beim ICF für das Team Deutschland herausbekommen: Es gibt keine Kostenplanung, keinen der kochen (oder auch nur ein Schnitzel backen) kann, ein überzogenes Budget, kein deutsches Essen, keine ausreichend große Schüssel, Salat für 60 und Fleisch für 140 Personen, Ananas zum Schnitzel und zudem auch keinen Plan wer wann am Stand verkaufen darf - dafür ist die Deko beim super -_-
Demzufolge haben wir beschlossen möglichst wenig anwesend zu sein und haben uns nach drei Stunden mäßiger Produktivität auch heute wieder verabschieded. Und wir fragen uns nach wie vor, ob wir bekloppt sind, oder die anderen.
Zur Entspannung haben wir dann unsere Uni-aufgaben zu Ende gebracht. Verrückter Tag!
Ach ja, zum Abendessen gab es solide Spaghetti.





1 Kommentar:
Tröstet euch, sie wissen es halt nicht besser!
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