Sonntag, 4. Mai 2008

The S(e)oul of Beverly Hills

Mit einer Woche Verspätung haben wir heute geschafft, was wir uns für vorige Woche vorgenommen hatten, wir waren im Beverly Hills von Seoul - dem koreanischen Himmel auf Erden.


Nachdem wir mit der U-Bahn wie üblich unser Ziel erreicht hatten war erstmal die Wedding Dress Avenue angesagt. So etwas ähnliches haben wir ja schonmal gesehen - nur auf der anderen Seite der Stadt und in etwas günstiger. Dennoch war die andere Straße durch die wörtliche Aneinanderreihung der Hochzeitsläden beeindruckender. Hier gab es zwar einige nette Läden und auch Hochzeitsberatungen, spezielle Fotographen und Limousinenservice aber nicht so aneinander gereiht und fast schon westlich orientiert. Daher wollten wir uns damit auch nicht länger aufhalten. Der Luxus ruft.
Und der begegnet uns schon eine Straßenecke weiter. Alles was man so aus Europa kennt gibt es hier auch, LV, Gucci, Armani, Hugo Boss, Zegna, Hermes, Tiffanys, ...

Bevor wir uns dem Zentrum des Wohlstandes hingeben wollten sollte aber noch eine Abzweigung genommen werden, die Rodeo Street (Erinnert der Name noch irgendjemanden an Rodeo Drive?). Dort finden sich die "normalen" Labels wie Tommy Hilfiger, Levis, Adidas, etc.

Außerdem finden sich auffallend viele deutsche Automarken auf dieser Straße wieder. Mercedes AMG und Porsche bevorzugterweise.

In den genannten Läden findet sich eine besonders nervige Spezies: Eine Art Affe von Verkäufer, der sobald man den Laden betritt hinter einem her dackelt. Ob der nun wissen will ob man etwas kaputt macht oder einfach nur nerven möchte bleibt unklar. Da bekommt man richtig Übung darin Haken zu schlagen und Achten zu laufen. Und zwar so lange bis der Verkäufer schwindlig aus den Latschen kippt. Eine super Taktik ist auch einfach den Verkäufer an streng guckenden Koreanern vorbei zu führen. Meistens wird er dann wie ein Torpedo von den Abwehrmaßnahmen abgelenkt und heftet sich mit dem anderen Verkäufer auch noch an das streng guckende Pärchen. Und da alle Koreaner beim Einkaufen streng gucken ist das meist kein allzugroßes Problem.

Auch spannend war es, als der Verkäufer bei Zegna uns quasi verbot die Treppen zu benutzen und uns zum Aufzug führte während er selber die Treppen hochwetzte um uns oben wieder freudestrahlend zu empfangen. Frei nach Obelix: Die spinnen die Koreaner!

Schnell zurück zum Herzstück der Gegend. Der Tempel des Luxus findet sich in "the Galleria", einer Luxusmall. Da findet man dann die ganzen Labels noch einmal. Ich habe mich also auf die Suche nach einem Portmonaie gemacht, während Doro sich passendes Makeup suchen ging und ein Kleid suchte. Wir sind auch rein geschmacklich fündig geworden - wenn da nicht immer der schnöde Mamon im Wege stünde. Aber so ein Portemonaie für $600 ist ja auch eine schöne Sache :-)

Dort fand Doro dann auch das Kleid der Kleider. Von Dior sollte es sein und in Seoul ist es genau einmal zu finden. Dieses Stück Luxusstoff kostet gediegene 4.000€ und ist nur in einer Größe erhältlich - der Rest wird selbstverständlich individuell angepasst. Normalerweise ziert es auch nur die Vitrine, für uns wird es jedoch hervorgezaubert und Doro soll es anprobieren. Das bringt gleich zwei überfreundliche Verkäuferinnen so in Wallung, daß sie sich mit Doro in die Kabiene quetschen und ihr beim Anziehen helfen wollen (wobei sie eigentlich mehr jauchzend daneben stehen). Und wir dürfen es sogar fotografieren (was Dior eigentlich streng verbietet). Die Verkäuferin seufzt, daß sie sich am liebsten auch mal in das Kleid werfen würde und schmachtet Doro herzzerreißend an. Dieses Kleid und der Bachelorball ist gerettet ;-)

Der Tag im Luxusrausch hat erstaunlich lange gedauert. Mit einigen Katalogen bestückt machen wir uns dann endlich auf den Heimweg. Zu der den Tag andauernden drückenden Schwüle fängt es pünktlich bei unserer Ankunft im häuslichen Gefilde an zu regnen - ich habe den Eindruck daß die Regenzeit beginnt...

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Bringst du das Kleid mit nach Hause (oder zumindest das Schnittmuster)?