Heute morgen war eine Präsi in GBE angesagt. Nichts wirklich aufregendes und wir konnten sogar rein fachlich unseren Professor ärgern und ihm mitteilen, daß Korea nach einer Yalestudie ein Entwicklungsland ist. Das ärgert den guten Prof, was mich wiederum freut. :-)
Nach den zwei Stunden war heute das International Cooking Festival geplant
. Eigentlich sollte der Aufbau dafür schon um 8.30 Uhr starten. De facto begannen alle Stände erst um 11 mit dem Aufbau. Eben als das ganze bereits starten sollte - koreanische Pünktlichkeit. Irgendwie hatten es unsere koreanischen Mitstreiter auch geschafft das ganze Zeug zum Campus zu karren und so bauten wir also zusammen fröhlich auf. Da es keine Arbeitseinteilung gab hatten wir uns eigentlich vorgenommen das ganze etwas lockerer anzugehen. Das scheitert schlicht am koreanischen Unvermögen Schnitzel und Würstchen zu braten. Ähnliche Schwierigkeiten erfährt das französische Team zwei Stände weiter beim Crêpe backen. Also übernehmen wir das Braten (ich bin übrigens mal ultra der Profi was Schnitzel angeht) und essen mangels Kunden auch gleich mal die ersten Dinger. Der Kundenmangel liegt schlicht an überhöhten Preisen. Während alle Teams die Preise anpassen bleibt Team Deutschland hartnäckig. Wenigstens die Sturheit ist typisch deutsch.
Zudem stellt sich bei einem der ersten Kunden heraus, daß nicht alle Kartoffeln im Kartoffelsalat gar gekocht wurden. Das Kochen der Kartoffel hatten wir als einzige Aufgabe gestern den Koreanern ganz überlassen... Uns sollte das allerdings nicht weit
er stören, denn zumindest wir fanden unsere Schnitzel gut. Die Würstchen haben wir allerdings nicht einmal angerührt. Doros Hutkrempe droht angesichts der ungekochten Kartoffeln und einem massiven Mangel an Organisationstalent zu platzen und wird grade noch rechtzeitig durch die französische Küche gerettet. Merci! Der gute Cedric ist es auch, der uns während des Tages bei Laune hält. Mit viel Geduld sieht er zu, wie ich mich beim Crêpe machen nur unwesentlich besser als die Koreaner anstelle. Der heiße Teigfladen mit Bananen und Schokosoße, der dabei raus kam war dennoch gut.
Mein
persönlicher Höhepunkt ist der von einer ansässigen Café-Kette (Beans&Berries) ausgerichtete Wettbewerb im Waffel essen (belgische Waffel). Es kann in drei Disziplinen angetreten werden. Die erste bezieht sich auf die Quantität, wer das meiste in einer bestimmten Zeit isst gewint. Die zweite ist eher qualitativer Art, wer aus seiner Waffel in einer bestimmten Zeit die schönste Form herausessen kann. Soweit hatte ich das auch mitbekommen, die Teilnahme war kostenlos und so war klar daß ich mich blind bei der nächsten Übung meldete. Heraus kam Übung Nummer drei. Eine Waffel wird unter einem Sahneberg mit Früchten versteckt und muß schnellstmöglich ohne Hände gegessen werden. Ohne es zu wissen hatte ich mir die lustigste Übung ausgesucht, denn die Früchte waren frisch und belgische Waffeln mit Sahne, Erdbeeren, Orangen und Mandelsplittern schmecken auch ziemlich gut. Der eigentliche Grund für meine Teilnahme war nämlich weniger der Drang zu gewinnen sondern viel mehr daß ich eine belgische Waffel haben wollte.
Völlig verwutzt aber glücklich wurde ich schlußendlich immerhin zweiter und bekam neben zwei Gutscheinen für Beans&Berries auch noch zwei Eintrittskarten wür ein Theaterstück o.ä. (das lässt sich auf Grund der rein koreanisch beschrifteten Karten schlecht herausfinden). Zusätzlich gabs noch eine Tasse von B&B und ein paar belgische Waffeln. Das macht dann auch Doro froh!
In der Zwischenzeit hatten wir unsere Mitstreiter an den Herd gelassen und durften feststellen, daß die 15 min gereicht hatten um 3 Schnitzel verbrennen zu lassen. Feinfeinfein.
Abgesehen von der Tatsache, daß wir uns den Rest des Tages mehr beim Team Frankreich (sprich Cederic und eine nette Französin mit komischem Namen) aufhalten um dem Graus am deutschen Stand zu entgehen läuft alles sehr entspannt ab. Gegen 5 Uhr entscheiden wir uns komplett für Koreanisch entschuldigen zu lassen und statt dessen möglichst viele übrig gebliebene Lebensmittel einzusammeln. Erfolgsverwöhnt wie wir sind kommen ca. 20 Eier, eine Flasche Essig, massig (!) Schnittlauch, 4 große Zwiebeln, 1 Supersizeflasche Heinz Ketchup, einen Sack Kartoffeln, 24 Steaks, ein Paket Pfeffer, ein Paket Salz, ein Paket Sucker, ein Sack Panade und eine große Box mit Paprika heraus. Ist doch garnicht so übel?
Zu Hause angekommen sind wir dank der zu tragenden Last und der stets zu reißen drohenden Plastiktüte ziemlich erschöpft. Was man nicht alles tut um anständig die Freßluke zu stopfen.
Am Abend mache ich mich noch auf den Weg zu einem Gruppentreffen. Ich erwarte wie üblich ewige Diskussionen um den Brei herum um danach doch selber die Fäden in die Hand zu nehmen und quasi zu diktieren was gemacht wird. Allerdings durfte ich mich von diesen drei Koreanern endlich mal ausgesprochen positiv überraschen lassen - nach 20 Minuten war das Treffen durchgezogen ohne eine verschwendete Minute. Beeindruckend!
Zum Abendessen haben wir uns dank der zahlreichen Zutaten original deutsches Bauernomlette gezaubert. Echt deutsche Haute Cuisine!





Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen