Sonntag, 18. Mai 2008

Die Chinesische Mauer

Ach ja, die Artikel haben wir schon etwas früher geschrieben. Leider ist in China die Zensur im Internet Realität und so sind Blogs nicht zu erreichen. Da lässt sich schließlich sehr schnell eine Masse erreichen. Jetzt kommt es aber nach:

Für heute hatten wir uns für eine Tour zur Chinesischem Mauer eingetragen. Eines der zwei Weltwunder die man vom Weltall sehen kann liegt vor unserer Haustür, da werden wir sicherlich nicht dran vorbei laufen.
Zwei Stunden sollte die Fahrt dauern und auf dem Weg konnten wir auch noch einen Blick auf das neu gebaute Olympia-Stadion werfen. Wie ein Nest eben und ansonsten auch nicht weiter anders, als andere Stadien.

Etwas später standen wir dann am Fuße der Mauer. Mit uns war eine andere deutsche, dreiköpfige Familie aufgebrochen und so würden wir zusammen den Tag verbringen. Die Chinesen haben begriffen daß man für alles Geld bekommen kann (wenngleich sie extrem wenig nehmen und das ganze ein wirklich sehr günstiges Land ist) und so muß man Eintritt bezahlen um zur Mauer zu kommen. Wir wollen also von unserem Fahrer die Karten bekommen und wundern uns, wieso er so stur immer nur zur Toilette zeigt. Uns wird übersetzt, daß der Fahrer uns erst die Karten gibt, nachdem wir brav Pipi gemacht haben. Offensichtlich haben einige Nordeuropäer vor einigen Jahren mal Weitpinkeln von der Mauer gemacht und so fügen wir uns der verordneten Pinkelpause.

Wir entscheiden uns gegen den Lift zum Gipfel und nehmen die Stufen zu Fuß. 20 Minuten später blicken wir auf ein Stück der 6000km langen Mauer. Es ist enorm, wie ruhig, grün und schön es auf dieser Mauer ist. Auch wenn uns die Sonne nur bedingt gegönnt war ist die Aussicht überwältigend. 300.000 Menschen haben die Grundsteine der Mauer gelegt und die einzelnen Steine den Berg hoch getragen. Einige hundert Jahre hat es dann bis zur heutigen Version gedauert.
Wir hatten zudem ein Stück Mauer erwischt, daß nicht von Touristen überflutet war. Angeblich das schönste und am besten restaurierte Stück zu dem auch immer die Staatsgäste geführt werden. Also genau richtig für uns. Und wie soll es sein, mitten auf der Mauer treffen wir einen EBSler aus unserem Semester...
Da leben in China 1,3 Milliarden Menschen auf 9,6 Mio m² und es gibt 6.000km Mauer. Auf diese Zahl kommen 1000 EBSler von denen 3 im Auslandssemester in China sind. Und einen davon treffen wir auf dem kleinen Stückchen Mauer auf dem wir sind. Da sage nochmal jemand die Welt sei nicht klein.
Nach 4 Stunden auf der Mauer und etwas Sonnenbrand trotz fehlender Sonne sollte der Abstieg angegangen werden. Dazu haben sich die Chinesen etwas lustiges ausgedacht. Eine Sommerrodelbahn made in Germany führt den Touristen in wenigen Minuten ins Tal hinab. Das geht auch recht flott und macht Spaß, wenn nicht grade irgendwelche ängstlichen Schnarchnasen vor einem her fahren. Ich durfte die Erfahrung machen, daß einige Personen schon fast rückwärts fahren wenn die Kurve kommt. Am Ende der Bahn wurden wir dann von lustig verkleideten Männern empfangen um sich direkt im Anschluß wieder durch die Masse an Souvenirshops zu wühlen.
Doro wollte sich eine Flasche Wasser kaufen. Der ursprüngliche Preis für die Halbliterflasche sollte 1€ sein. Handeln um jeden Preis also - am Ende sind es 30 cent für die Flasche.

Wieder im Hostel angekommen fängt es an zu regnen und wir beenden den Tag entspannt und schonen unsere abgelaufenen Füße für den kommenden Tag.

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