Montag, 12. Mai 2008

Beijing 2008 - One world one dream

Nach einem recht hektischen Morgen mit anschließend erstaunlich glatter Umsetzung unserer Planung haben wir gegen 10.40 Uhr Ortszeit chinesischen Boden betreten. Der Flug war mit zwei Stunden in einem dramatich unterbesetzten Flieger gut erträglich - auch wenn das Fliegerchen eher an eine umgebaute Mülltonne mit einem China Airlines Stempel erinnerte.
Der Flughafen ist erwartungsgemäß sauber und sehr westlich orientiert - von der Stehtoilette mal abgesehen. Wir passieren etwas, was als "Temperature Detection" deklariert ist und wahrscheinlich ale Fieberkranken gleich wieder ausweist und einige erstunlich nette Polizisten an der Passkontrolle die wir mit einem Knopfdruck auf ein kleines Gerät bewerten können.
Unser Fahrer findet uns nach wenigen Minuten, nimmt uns brav unser Gepäck ab und steckt uns in einen mindestens 20 Jahre alten VW (ohne Gurte und Kopfstützen auf der Rückbank). Erleichtert bemerken wir, daß die Chinesen, anders als die Koreaner, Auto fahren können und auch Zwischenstufen zwischen Gasfuß und Vollbremsung beherrschen. Die neu gebauten Autobahnen in Peking sind wirklich ganz ordentlich geworden und als repräsentative Strecken wirklich schön bepflanzt mit viel Grünzeug und Rosen.
Bis wir das Hostel erreichen dauert ca. eine halbe Stunde und wir landen in dem was wir für China halten - einer Gasse im absoluten Hinterland die zwar kräftig umgebaut wird aber tierisch chaotisch anmutet. Der Fahrer hat inklusive Begrüßung kein einziges Wort mit uns gewechselt - wahrscheinlich ist er stumm und wills nicht sagen :-) Dafür hat er ein chinesisches Dingens an seinem Spiegel baumeln - jedem sein Duftbäumchen.

Das Hostel selbst ist wirklich liebevoll eingerichtet und mit 8€ pro Nacht inkl. Ganztagesfrühstück gut bezahlbar. Außerdem sprechen die Besitzer trotz recht hohem Alters wirklich ausgesprochen gut Englisch und sind sehr hilfsbereit. Kurzerhand entschließen wir uns am ersten Tag mal original Peking-ente zu probieren. Nach einigem Suchen haben wir auch das Restaurant gefunden was uns empfohlen wird.
Das Problem taucht wenige Sekunden später auf und tarnt sich in Form vieler Bedienungen. Die guten Frauen sprechen nämlich kein Wort englisch. Immerhin erklärt uns die Karte auf englisch was es denn gibt. Neben Affenhirn, spicy roasted Duckhead und irgendetwas was an Schildkröte ohne Panzer erinnert findet sich auch tatsächlich die normale Ente. Wir bestellen brav mit Händen und Füßen und Doro sucht sich noch etwas anderes aus was eher schwer zu identifizieren ist. Finde ich mutig. Die Bestellung von Getränken wird unlösbar - wir bleiben notgedrungen bei Wasser.
Doros Essen kommt auch recht bald und ist essbar (wenngleich ich immer noch unsicher bin ob es wirklich nur Schwein war). Wenig später kommt die Ente...für zwei Personen. Wir sind beide schon recht voll und platzen schon fast beim Anblick der leckeren Ente. Das Ding hat allerdings außer der Ente an sich nichts mit dem zu tun was wir so als Pekingente verstehen. Kein Süßsauer und auch der Reis fehlt ungewöhnlicherweise. Dafür wird die Ente mit Gemüse und einer dunkelbraunen Schwarze-Bohnen-Sauce in Wraps eingeschlagen. Schmeckt trotzdem super. Und auch die danach gereichte Brühe aus den Entenknochen ist excellent (Ich mache mir langsam Sorgen auf den Tisch zu reiern, wenn ich noch mehr esse) . Also lassen wir uns die restliche Ente, die Wraps und das Gemüse Einpacken zum Mitnehmen. Frag uns mal einer wie wir das erklären konnten - ein kleines Wunder. Die zwei Pekingenten mit Suppe und das andere Fleischgericht kosten uns knappe 10€. So lässt es sich leben.
Danach planen wir erstmal die restlichen Tage und sammeln Informationen zu den Touren. Morgen werden wir den Temple of Heaven und vielleicht auch die verbotene Stadt besuchen. Und zum Frühstück gibbet noch kalte Ente.

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