Holla, ist die Nacht schnell vergangen. Also schnell geduscht und mal gesehen, daß der Kram vor 11.00 Uhr aus dem Zimmer ist.
Irgendwie stellt sich beim uns inzwischen wirklich anödenden Frühstück ei
n Gefühl der Erleichterung ein. Ein letztes Mal die kleine, etwas ranzige Dusche und das magere Frühstück. Nur die Leute werden uns fehlen. Heute reisen außer uns noch zwei Eheleute aus Amerika ab, die auch über ihre Erlebnisse in Asien berichten und uns Nepal wärmstens als Reiseziel empfehlen.
Wir verquatschen uns bis fast 14 Uhr, denn ein anderes Pärchen, welches schon seit längerem mit uns das Guesthouse bewohnt und extrem sympatisch ist erzählt ebenfalls erneut von seiner bisherigen Reise und den Plänen. Klingt alles ziemlich gut und verlockend wenn auch nicht grade hygienisch. Mal wieder Kontaktdaten ausgetauscht und dann verabreden wir uns mit dem netten Pärchen noch mal zum Essen gehen.
Raus aus dem Schuppen und los gelaufen um ein Taxi zu finden. Die sind näm
lich etwas wählerisch und bei der kurzen Strecke die wir zurücklegen wollen (ca. 2 U-Bahnstationen) holen sie niemanden ab, sondern nehmen maximal mit. Das Taxi bringt uns direkt zu unserer neuen Residenz. Bei der Buchung wird uns mitgeteilt, daß wir im 7. Stock seien. Ich bin etwas enttäuscht, der Blick ist dennoch super.
Trotz der Tatsache, daß wir eigentlich für Doro noch ein Visum und für mich noch die sogenannte Alien Registration machen müssen kosten wir ersteinmal den neu gewonnenen Luxus aus. Doro schläft und ich gucke parallel auf dem großen Fernseher (über 400 [leider fast nur koreanische] Kanäle) auf dem Sportkanal auf koreanisch wie sich beim K-1 die Asiaten die Schnute kaputt hauen. Schon toll sowas.
Übermorgen werden wir wohl bei einer Tour mitmachen und uns ein Handy kaufen mit dem wir hier erreichbar sind. Das kostet hier vergleichbar zu Deutschland nichts und scheint zum Überleben notwendig zu sein. Daher haben die meisten Koreaner auch mehr, als nur ein Handy.
Zum Tagesabschluß brummt irgendwann der Magen und dank der neuen Wohnung mit Küchenzeile haben wir den Entschluß gefasst, endlich mal selber zu kochen (obwohl das je nach Essen genauso teuer ist wie essen gehen, bzw. sogar teurer). Also auf in das 20m entfernte Einkaufszentrum und mal eingekauft.
Das ist generell ähnlich wie in Deutschland und auch die Produkte sind nicht sehr verschieden. Lediglich die Meeresfrüchteecke ist wesentlich größer und auch lebendes Fischgetier ist käuflich zu erwerben.
Was allerdings das Einkaufserlebnis massiv von Deutschland abhebt, ist, daß an jeder Ecke Angestellte stehen und lauthals ihre Ware bewerben sowie mit den Produkten des jeweiligen Tisches etwas zubereiten was man probieren kann, um so das Produkt selber kennen zu lernen. Und genau diese Damen bedienen und beraten dann auch den Käufer äußerst zuvorkommend. Servicelandschaft eben. Und da wird auch wenn man nun etwas kauft das einwandfreieste Produkt unter dem Berg an Produkten herausgesucht. Zwiebeln ohne Druckstellen, Fleisch mit der schönsten Farbe,...
Das alles hat uns aber nicht so beeindruckt wie der Gang zur Kühltheke. Dort suchten wir nach süßer Sahne. Die Verkäuferin verstand uns nicht direkt und fragte dann eine Kundin die vorbei ging, ob sie ihre Sahne kurz zum Zeigen nutzen dürfe. Wir wurden also gefragt, ob wir soetwas nun suchen würden, was wir bejaen konnten. Leider war das allerdings ausverkauft, wie uns dann ein Student übersetzte. Das bekam die Frau, deren Sahne als Vorzeigeprodukt genutzt wurde mit und sie übergab uns ihre einzige Sahne und ließ auch keinen Protest zu.
Wir müssen ziemlich doof ausgesehen haben, als wir uns mit offenem Mund über diese Freundlichkeit und Zuvorkommnis gewundert haben. Das nenne ich mal vorbildlich sozial!
Mit offenem Mund sind dann aber mal nach Hause gelaufen. Und nun wirds gleich etwas zu beißen geben. Mjammjam, Pilze deren Namen wir nicht kennen werden unser Geschmackserlebnis abrunden.





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