Samstag, 31. Mai 2008

DMZ

Für heute hatten wir uns für eine von der Regierung organisierte DMZ-Tour angemeldet an deren Ende noch eine sog. B-Boys Performance anstehen sollte. Was letzteres sein sollte war uns ein Rätsel.
Also früh um 7.30 Uhr in den Bus gehüpft und los ging die frohe Fahrt zur größten stehend bewachten Grenze der Welt. Klingt nach Superlative.

Nach einer guten Stunde Fahrt und ebensolangem Gequassel unseres Führers waren wir am Parkplatz vor der DMZ angekommen. Bis zu diesem Punkt hatten wir uns sicherlich 45.000 Quadrillionen mal angehört, daß wir unseren Reisepass benötigen würden. Als würde es jetzt noch etwas ändern, wenn man den Pass nicht dabei hätte.
Auf diesem Parkplatz konnte man dank einer größeren Tribüne bereits in die DMZ und die Freedom Bridge hinabschauen. An diesem sonnigen Plätzchen Erde an der man aus unerfindlichen Gründen einen Swimmingpool angelegt hatte (vielleicht um fliehende Nordkoreaner erstmal ordentlich zu baden) sollten wir auch zu Mittag essen. Dieser Luxus war im Fahrtpreis inbegriffen. Luxus war das mäßige Bibimbab vielleicht nicht, dafür aber das im Anschluß daran von mir erstandene Softeis. "Deluxe Cone, Special Icecream" stand in großen Lettern auf dem Hörnchen. Das einzig luxuriöse an dem Hörnchen mit Softeis war jedoch der für koreanische Verhältnisse hohe Preis. Das Wissen vom Luxushörnchen lies mich allerdigs gleich viel optimistischer in die Zukunft schauen und so sollte es aufgehen zum eigentlichen Ziel. Hinein in die DMZ. Auf den 5min Fahrt bis zum Grenzzaun wiederholte der Führer noch zig mal die Nummer mit dem Pass und klärte uns auf, daß man in dieser Zone keine Bilder schießen dürfe (Wozu eigtnlich auch? Google Earth liefert sowieso bessere Bilder.). Das reizt mich natürlich sofort genau dies zu tun. Glücklich und mit zwei verbotenen Bildern in der Kamera passieren wir die Absperrung und sind entmilitarisiert. Dafür sind in dieser Zone ziemlich viele Südkoreanische Soldaten und Rekruten unterwegs...

Der erste Stop ist der dritte von 4 Infiltrationstunnels. Zuerst wird man in einen Raum geführt und darf sich einen extrem kitschigen Propagandafilm reinziehen. Nachdem man den gesehen und verinnerlicht hat, ist man sicher, daß es nichts besseres und schöneres auf der Welt gibt als diese entmilitarisierte Zone. Raus aus der einen Tragöde und hinein in die nächste. In dem Tunnel darf man aus einem erneut unverständlichen Grund nicht fotografieren. Eigentlich geht man den unterirdischen Kilometer nämlich völlig umsonst. Jedes Kohlebergwerk ist spannender als dieser max 1,7m hohe Tunnel durch den man mit eingezogenem Kopf durchstapft. Eigentlicher Höhepunkt ist das Ende an dem die Südkoreaner eine Betonwand eingezogen haben. Dieses Bild kennt man von diversen Postkarten. Der wirkliche Höhepunkt ist aber eine Tafel auf der erklärt wird, daß die Nordkoreaner bei ihrem Abzug die Wände noch mit Kohle beschmiert haben um danach zu erzählen sie hätten nur nach Kohle gesucht :-) Dumm nur, daß es in der Gegend nur Graphit gibt.

Nach dem Tunnel fahren wir zum Observatorium. Von dort aus kann man nach Nordkorea hinüber gucken. Man könnte auch nette Fotos machen, wenn es nicht wieder eine gelbe Linie gäbe hinter der man keine Fotos mehr machen darf. Wiedereinmal völlig unverständlich - befindet sich doch selbst auf der Broschüre ein Bild mit genau dieser Aussicht. Und auch hier hilft Googleearth wieder weiter. Wer hinter der Linie Fotos macht bekommt die Kamera von Soldaten sofort entrissen, die sich daran machen die Bilder zu löschen. Kindergarten! Dabei wollte ich doch nur ein anständiges Bild vom größten Penisvergleich der Welt. Denn in dem potemkinschen Dorf auf der nordkoreanischen Seite steht der weltgrößte Flaggenmast der ehemals 150m hoch war. Dann bauten die Südkoreaner auf ihrer Seite einen 165m hohen Flaggenmast worauf Nordkorea seinen Flaggenmast um weitere 5m erhöhen lies damit er den der Südkoreaner überragt. Und um dem ganzen die Krone aufzusetzen haben die Nordkoreaner dann noch eine 270kg schwere Flagge aufgebracht. Tierisch lächerlich.

Ohne Fotos macht das ganze wenig Spaß und so sind wir bald auf dem Rückweg, vorbei an Mienenwarnungen (die ich leider nicht fotografieren konnte) bis zur Dorasan Station. Dieser Bahnhof soll irgendwann mal der erste Bahnhof auf dem Weg zwischen Nordkorea und Südkorea werden. Bisher stehen da leider nur 4 Soldaten stramm die sich langweilen - Zugverkehr gibt es nämlich keinen. Dafür war Präsident Bush mal dort und hat eine Schwelle mit seinem Namen beschmiert. Das wird natürlich gleich ausgestellt, ich bin mal gespannt ob im kommenden Jahr auch die Schwelle mit meinem Namen ausgestellt wird.
Der interessanteste Teil der DMZ wird ausgelassen. Das ist eben der Nachteil wenn man sich auf das Organisationstalent der südkoreanischen Regierung verlässt.

Dafür werden wir noch zwei Stunden nach Suwon, die ehemalige Hauptstadt gekarrt zur sognannten B-Boys Competition. Es sickert durch, daß es sich hierbei um einen Breakdancewettbewerb mit internationalen Teams handelt. Wir versuchen uns also auf 3 Stunden Hiphop einzustellen. Auf dem Weg zum Eingang passieren wir noch einen Sprayerwettbewerb - es lebe jedes Klischee. An der Tür laufen wir dann auch allen anderen Klischees über den Weg. Hosen in die zwei Personen passen würden brav in Kniehöhe getragen. Dazu die passenden T-Shirts in den Vorzugsgrößen XXXXXXXL und XXXXXXXXXXL mit entsprechend unpassender Baseballkappe und Goldkettchen. Dazwischen winden sich irgendwie garnicht ins Bild passen wollend koreanische Schulmädchen die gradezu in Trance abgehen. Das entlockt selbst dem coolsten Europäer ein Lächeln. Der Anfang des Events ist auch von der etwas zu lauten Musik abgesehen ganz interessant. Die akrobatischen Leistungen der Breakdancer ist beachtenswert. Nach einer Stunde nervt und langweilt die Show allerdings etwas. Der Name Breakdance muß daher kommen, daß das ganze irgendwann zum brechen ist. Und so ist es gradezu eine Erleichterung, als das Ende eingeläutet wird. Die letzte Nummer von einem französischen Komiker (o.ä.) ist nochmal ganz sehenswert, da der Typ sich ungesund verbiegen kann und dabei noch andere lustige Mätzchen macht. Mit seiner Message "Glaubt an alles, woran ihr glaubt!" (aha?) sind wir befreit und genießen in einem in Regenbogenfarben beleuchteten Bus die Rückfahrt. Die in der Anmeldung versprochenen T-Shirts und CDs haben wir bisher noch nicht gesehen. Mal schauen, was sich da noch bewegen lässt. Alles in Allem wäre wahrscheinlich eine konventionelle Tour sinnvoller gewesen.

Morgen dürfen wir uns wieder mit der Unpünktlichkeit von Koreanern herumschlagen. Wir haben am Dienstag eine Präsentation und alle teaminternen Deadlines sind abgelaufen - dafür sind nur 50% aller Daten bisher eingetroffen. Wieso reißen eigentlich immer wir uns den Hintern dafür auf? Und wieso sind die Koreaner immer so gräßlich unzuverlässig. Wir lieben Deutschland!

Donnerstag, 29. Mai 2008

Hey Mr. Postman

Da sitzen wir gestern abend gemütlich mit Cédric in unserem Appartment um ihm bei einem Abendessen für seine nette, moralische Unterstützung während des Cooking Festivals zu bedanken als uns ein Anruf erreicht - ein Paket ist eingetroffen.
Wir stellen also gemütlich fest, daß der Zoll hier zwecklos ist und die Post irgendwie funktioniert. In dem Paket finden sich mal wieder leckere Nahrungsmittelergänzungen.
Da hatten wir grade wieder die Erinnerugen aufkochen lassen, daß die Koreaner beim Cooking Festival die Würste vor dem Braten gekocht haben weil sie nicht wussten wie man sie sonst auftauen könnte (wohlbemerkt zwei Tage vor dem Event) und dann dieser warme Essens-regen.
Das Auspacken haben wir dementsprechend auch gebührend zelebriert.

Heute morgen gab es dementsprechend seit längerem mal wieder ein anständiges Frühstück.

Montag, 26. Mai 2008

International Cooking Festival

Heute morgen war eine Präsi in GBE angesagt. Nichts wirklich aufregendes und wir konnten sogar rein fachlich unseren Professor ärgern und ihm mitteilen, daß Korea nach einer Yalestudie ein Entwicklungsland ist. Das ärgert den guten Prof, was mich wiederum freut. :-)

Nach den zwei Stunden war heute das International Cooking Festival geplant. Eigentlich sollte der Aufbau dafür schon um 8.30 Uhr starten. De facto begannen alle Stände erst um 11 mit dem Aufbau. Eben als das ganze bereits starten sollte - koreanische Pünktlichkeit. Irgendwie hatten es unsere koreanischen Mitstreiter auch geschafft das ganze Zeug zum Campus zu karren und so bauten wir also zusammen fröhlich auf. Da es keine Arbeitseinteilung gab hatten wir uns eigentlich vorgenommen das ganze etwas lockerer anzugehen. Das scheitert schlicht am koreanischen Unvermögen Schnitzel und Würstchen zu braten. Ähnliche Schwierigkeiten erfährt das französische Team zwei Stände weiter beim Crêpe backen. Also übernehmen wir das Braten (ich bin übrigens mal ultra der Profi was Schnitzel angeht) und essen mangels Kunden auch gleich mal die ersten Dinger. Der Kundenmangel liegt schlicht an überhöhten Preisen. Während alle Teams die Preise anpassen bleibt Team Deutschland hartnäckig. Wenigstens die Sturheit ist typisch deutsch.
Zudem stellt sich bei einem der ersten Kunden heraus, daß nicht alle Kartoffeln im Kartoffelsalat gar gekocht wurden. Das Kochen der Kartoffel hatten wir als einzige Aufgabe gestern den Koreanern ganz überlassen... Uns sollte das allerdings nicht weiter stören, denn zumindest wir fanden unsere Schnitzel gut. Die Würstchen haben wir allerdings nicht einmal angerührt. Doros Hutkrempe droht angesichts der ungekochten Kartoffeln und einem massiven Mangel an Organisationstalent zu platzen und wird grade noch rechtzeitig durch die französische Küche gerettet. Merci! Der gute Cedric ist es auch, der uns während des Tages bei Laune hält. Mit viel Geduld sieht er zu, wie ich mich beim Crêpe machen nur unwesentlich besser als die Koreaner anstelle. Der heiße Teigfladen mit Bananen und Schokosoße, der dabei raus kam war dennoch gut.
Mein persönlicher Höhepunkt ist der von einer ansässigen Café-Kette (Beans&Berries) ausgerichtete Wettbewerb im Waffel essen (belgische Waffel). Es kann in drei Disziplinen angetreten werden. Die erste bezieht sich auf die Quantität, wer das meiste in einer bestimmten Zeit isst gewint. Die zweite ist eher qualitativer Art, wer aus seiner Waffel in einer bestimmten Zeit die schönste Form herausessen kann. Soweit hatte ich das auch mitbekommen, die Teilnahme war kostenlos und so war klar daß ich mich blind bei der nächsten Übung meldete. Heraus kam Übung Nummer drei. Eine Waffel wird unter einem Sahneberg mit Früchten versteckt und muß schnellstmöglich ohne Hände gegessen werden. Ohne es zu wissen hatte ich mir die lustigste Übung ausgesucht, denn die Früchte waren frisch und belgische Waffeln mit Sahne, Erdbeeren, Orangen und Mandelsplittern schmecken auch ziemlich gut. Der eigentliche Grund für meine Teilnahme war nämlich weniger der Drang zu gewinnen sondern viel mehr daß ich eine belgische Waffel haben wollte.
Völlig verwutzt aber glücklich wurde ich schlußendlich immerhin zweiter und bekam neben zwei Gutscheinen für Beans&Berries auch noch zwei Eintrittskarten wür ein Theaterstück o.ä. (das lässt sich auf Grund der rein koreanisch beschrifteten Karten schlecht herausfinden). Zusätzlich gabs noch eine Tasse von B&B und ein paar belgische Waffeln. Das macht dann auch Doro froh!

In der Zwischenzeit hatten wir unsere Mitstreiter an den Herd gelassen und durften feststellen, daß die 15 min gereicht hatten um 3 Schnitzel verbrennen zu lassen. Feinfeinfein.

Abgesehen von der Tatsache, daß wir uns den Rest des Tages mehr beim Team Frankreich (sprich Cederic und eine nette Französin mit komischem Namen) aufhalten um dem Graus am deutschen Stand zu entgehen läuft alles sehr entspannt ab. Gegen 5 Uhr entscheiden wir uns komplett für Koreanisch entschuldigen zu lassen und statt dessen möglichst viele übrig gebliebene Lebensmittel einzusammeln. Erfolgsverwöhnt wie wir sind kommen ca. 20 Eier, eine Flasche Essig, massig (!) Schnittlauch, 4 große Zwiebeln, 1 Supersizeflasche Heinz Ketchup, einen Sack Kartoffeln, 24 Steaks, ein Paket Pfeffer, ein Paket Salz, ein Paket Sucker, ein Sack Panade und eine große Box mit Paprika heraus. Ist doch garnicht so übel?
Zu Hause angekommen sind wir dank der zu tragenden Last und der stets zu reißen drohenden Plastiktüte ziemlich erschöpft. Was man nicht alles tut um anständig die Freßluke zu stopfen.

Am Abend mache ich mich noch auf den Weg zu einem Gruppentreffen. Ich erwarte wie üblich ewige Diskussionen um den Brei herum um danach doch selber die Fäden in die Hand zu nehmen und quasi zu diktieren was gemacht wird. Allerdings durfte ich mich von diesen drei Koreanern endlich mal ausgesprochen positiv überraschen lassen - nach 20 Minuten war das Treffen durchgezogen ohne eine verschwendete Minute. Beeindruckend!
Zum Abendessen haben wir uns dank der zahlreichen Zutaten original deutsches Bauernomlette gezaubert. Echt deutsche Haute Cuisine!

Sonntag, 25. Mai 2008

Kochen auf Koreanisch

Jeder hat doch einmal diese Tage, an denen er sich fragt, ob alle um einen herum total bescheuert sind, oder man selber. Solch einen Tag haben wir heute erfahren.
Wir hatten uns um 15 Uhr für die Vorbereitung des International Cooking Festival verabredet und den Vormittag brav für die Uni genutzt.

Pünktlich 15 Minuten zu spät trafen die koreanischen Mitstreiter ein. Und so nimmt das Scicksal seinen Lauf.

Man stelle sich einmal vor, daß wir für 80 Personen deutsch kochen sollen. Ersteinmal haben sich die Koreaner einfach über unsere Vorschläge hinweg gesetzt und Schnitzel und koreanische, scharfe Wurst gekauft. Wie dumm muß man eigentlich sein, um dem Deutschen bei einer Diskussion um deutsches Essen zu widersprechen. Vor allem, wenn man noch nie das Land verlassen hat. Und wie viel dümmer ist es dann Wiener (!) Schnitzel machen zu wollen.
Es soll sich allerdings herausstellen, daß 80 Würstchen und 50 Stück Fleisch einfach mal eingekauft wurden (man erinnere sich an 80 Personen). Auf die Frage nach dem Menüplan wird uns dann entgegnet, daß man sich darüber noch keine Gedanken gemacht hat. Unsere Anregung zu Kartoffelsalat wird zwar aufgenommen, aber nur mit 6kg Kartoffeln belohnt. Koreaner denken nämlich, daß man Schnitzel nur mit Würstchen isst...
Dazu muß man noch sagen, daß koreanische Studenten NIE kochen, sondern sich nur aufs studieren konzentrieren. Da ist es auch nicht verwunderlich, daß das Braten eines Würstchens glatt schief geht und nur ein Stück würstchenförmige Kohle übrig bleibt - ein top Team für das Cooking Festival.

Heute sollte außerdem die Dekoration besprochen und erstellt werden. Dafür haben die Koreanermädchen auch zig Seiten Tonpapier eingekauft und auch sonst nicht gespart. Dafür ist das Budget inzwischen überschritten und es fehlen noch eine Menge Zutaten um ein halbwegs brauchbares Essen zu produzieren. Es existieren also schinmal keine Kostenplanung und kein Verständnis vom Kochen. Dem aber nicht genug.
Wir treffen also bei einer der Mädels zu Hause ein um dort die 10kg Kartoffelsalat vorzubereiten. Wir treffen auf eine einsame Kochplatte, ein kleines Messer und zwei Schüsseln von der Größe eines tiefen Tellers. Das wird ein Spaß. Zudem stellen wir fest, daß die eingekauften Zutaten nicht richtig sind und der Kartoffelsalat ziemlich eklig werden wird. Doro ist über eine derartige Nahrungsvergewaltigung am Boden zerstört.

Um das ganze wenigstens irgendwie zu retten schicken wir die Koreaner noch Zitronen für die Schnitzel kaufen - da sollte ja nichts schief gehen. Zitronen bringen sie auch mit zusammen mit Dosen voller Ananas - als Sidedish.
Fassen wir also mal zusammen was wir beim ICF für das Team Deutschland herausbekommen: Es gibt keine Kostenplanung, keinen der kochen (oder auch nur ein Schnitzel backen) kann, ein überzogenes Budget, kein deutsches Essen, keine ausreichend große Schüssel, Salat für 60 und Fleisch für 140 Personen, Ananas zum Schnitzel und zudem auch keinen Plan wer wann am Stand verkaufen darf - dafür ist die Deko beim super -_-
Demzufolge haben wir beschlossen möglichst wenig anwesend zu sein und haben uns nach drei Stunden mäßiger Produktivität auch heute wieder verabschieded. Und wir fragen uns nach wie vor, ob wir bekloppt sind, oder die anderen.
Zur Entspannung haben wir dann unsere Uni-aufgaben zu Ende gebracht. Verrückter Tag!
Ach ja, zum Abendessen gab es solide Spaghetti.

Dienstag, 20. Mai 2008

Umzug

Unser Kühlschrank war inzwischen so vollgeklebt, daß kein Platz für neue Werbung war, da mußten wir natürlich umziehen. Klingt komisch, ist aber tatsächlich so - zumindest fast. Wir sind tatsächlich umgezogen weil unsere Badezimmertür (Schiebetür) sich dazu entschieden hat nur noch mit lautem Gerumpel zu schließen. Wenn überhaupt, denn meistens mußte man mit Gewalt das Ding schließen. Kommt besonders gut wenn man dringend aufs Klo muß!

Naja, um die Tür zu reparieren muß in der Toilette (Männer nennen das Teil auch Klo) die Wand ausgebaut (auf koreanisch: herausgerissen) werden. Da fand die Leitung dieser Residence daß wir ja gestört werden könnten wenn morgens um 6 so ein verschwitzer Bauarbeiter zu hämmern anfängt und haben uns höflichst darum gebeten in ein anderes fancy Appartment umzuziehen. Mit Freude stellte ich fest, daß es hoch hinaus ins 9. Stockwerk gehen sollte.

Fröhlich stoßen wir also die Tür auf und die Miene erstarrt bei der atemberaubenden Aussicht. Wir sehen jetzt eine Betonwand vom Nachbarhaus...
Toll, erneut enttäuscht. Wenn wir allerdings etwas um die Ecke gucken wirds akzeptabel. Wirklich tragisch ist allerdings, daß die Qualität der Glotze schlechter ist als unten und auch das Internet einen Tick langsamer zu sein scheint. Da werden wir die nächsten Tage mal nachhaken.
Dafür flutscht die Tür wie geölt.

Das ganze hatte den einzigen wirklichen Vorteil, daß nun unsere Sachen mal wieder aufgeräumt sind. Jetzt machen wir mal wieder das beste draus...

Montag, 19. Mai 2008

Die Lösung!

Seit wir hier sind stellt sich die zentrale Frage nach dem "Happy Ending". Die Lösung ist gefunden! Das Happy Ending existiert!

Wir haben einen Flyer gefunden der selbiges verdeutlicht.

Ansonsten ist das Leben hier wieder sehr normal wenn man davon absieht, daß unser GBE Professor meint Europa beser zu kennen, als wir Europäer. Wenn man Erfahrungsberichte im Intenet über Korea liest scheint der Mann gradezu ein Prototyp für Koreaner zu sein. Irgendwie ist er wirklich davon überzeugt, daß Korea eine Weltmacht ist und Koreaner alles besser wissen. Wir lassen ihn etwas verärgert über eine derartige Selbstüberschätzung im guten Glauben und hoffen dadurch auf akzeptable Ergebnisse.
Die kommende Woche wird wieder recht anspruchsvoll. Wir schreiben wieder Assignments, setzen uns an unser Term Project und müssen etwas Koreanisch aufholen.
Dennoch haben wir uns vorgenommen die pet street zu erkunden und am Freitag die DMZ zu besichtigen. Ach ja, außerdem ist noch das International Cooking Festival. Passend zum Thema gab es da auch Koreaner die meinten uns sagen zu müssen, was typisch deutsches Essen ist. Wir haben dann widersprochen um uns anzuhören, daß wir unrecht hätten. Interessant, daß Deutsche nicht wissen, was deutsch ist.
Wird aber sicherlich ganz lustig.
Ach ja, wir haben auch unsere Student IDs bekommen. Das hat drei Monate Höflichkeit und Geduld und eine deutliches und lauteres Gespräch im International Office. Danach dauerte es nur noch zwei Stunden - wieso nicht gleich.

Sonntag, 18. Mai 2008

Zurück zur "Normalität"

Um 5.20 in der Frühe klingelte heute der Wecker. Denn leider war unser Flug für 8.40 angesetzt. Tatsächlich ging es auf Grund von Störungen erst eine gute Stunde später los.
Unser Fahrer war für die frühe Stunde erstaunlich gut gelaunt und so war es wenigstens eine recht entspannte Fahrt. Vor allem sind die Chinesen bessere Autofahrer als die Koreaner. Der Koreaner kennt nämlich nur Vollgas und Vollbremsung - Zwischenstufen mag er nicht so sehr.
Ansonsten war der Tag ereignislos. Der Flug war etwas rauer und die ersten Tüten wurden rum gereicht. Koreaner sind etwas weinerlich was das angeht.
Jetzt sind wir wieder in unserem Appartment und irgendwie glücklich wieder in unserem Bettchen sein zu können um Schlaf nachzuholen. China war die Reise auf jeden Fall wert.

Summer Palace

Der Tag begann regnerisch. Irgendwie ironisch, das wir bei Regen den Sommer Palast besuchen wollten. Diesesmal hatten wir das richtige Geld dabei und auch die richtige Buslinie war schnell gefunden. Auf zum Palast. Dummerweise hatten wir die Karte vergessen und uns war nicht so wirklich klar, wo wir aussteigen mußten. Man hatte uns gesagt, wir könnten es nicht verpassen und so fuhren wir zuversichtlich in einem überfüllten Bus in nördliche Richtung.
Einige male wären wir bei prachtvollen Mauern fast aus dem Bus gehüpft und hatte uns nur mit Mühe beherrscht. Zum Glück, denn die richtige Haltestelle war die Endstation.

Wie sich das gehört grinste uns als erstes wieder ein goldenes M an. Dieses Zeichen verfolgt uns weltweit und so versuchten wir es gelassen zu ignorieren und gingen erstmal Tickets kaufen. Dabei sollte man rechnen können. Es gibt zwei Arten von Tickets, das normale Eintrittsticket mit dem man "nur" die Parkanlagen besichtigen kann und das sog. "Throughticket" mit dem man auch 4 weitere Attraktionen auf dem Gelände besichtigen kann, die sonst extra kosten. Was wir nicht wußten ist, daß die einzelnen Preise nur 10 Yuan waren, daß man als Student das normale Ticket für die Hälfte bekommt, daß auf dem Troughticket 4 Dinge inbegriffen sind und wir davon nur 3 sehen wollten. Hätten wir das alles gewußt hätten wir nämlich das verbilligte Eintrittsticket genommen und wären damit auf jeden Fall günstiger gefahren...Mathe war eben noch nie meine Stärke.

Das sollte uns allerdings erst beim Verlassen des Parks auffallen und so stoßen wir unbeirrt in unbekanntes Gelände vor. Kaiser Cons und Prinzessin Doro in ihrem Palast.
Das gesamte Gelände ist inklusive der ausladenden Wasserlandschaft (riesiger See) ca. 4 mal so groß wie die verbotene Stadt (oder noch mehr). Wenn man bedenkt, wie unsere Füße sich angefühlt haben nach der dortigen Wanderung kann man erahnen auf was wir uns eingestellt hatten.

Die Bauten dort sind jedoch wirklich schön und so lag unser Fokus weniger auf den Füßen als auf dem was wir zu sehen bekamen. Kurz nach unserer Ankunft hörte es auch noch auf zu regnen - was will man mehr. Und so stiegen wir zuerst einige (viele) Treppen auf die Spitze des Berges um den Tower of Buddhist Incense zu erspähen. Das macht dann auch recht bald deutlich wieso der Palast zum Weltkulturerbe erklärt wurde.
Die unzähligen an den Berg gebauten Türmchen, Palaste und Tempel sind wirklich nicht von schlechten Eltern. In diesem Palast könnte man sicherlich mehrere Tage verbringen und dennoch etwas auslassen, weshalb wir etwas priorisiert haben und eher die Hauptattraktionen besuchen wollten.
Nachdem wir den Tower vom Berg aus genauer betrachtet hatten wanderten wir auf den wirklich schön angelegten Wegen wieder hinunter um am Fuße angekommen festzustellen, daß wir ja auch noch in den Tower hinein könnten. Also wieder viele Stufen durch schön angelegte Hallen und Säulengänge hinauf.
Oben angekommen dann wieder einen anderen Weg abwärts :-) Und so streifen wir durch ein altes Opernhaus, einen Garden of Harmony, der nur aus einbetonierten Bäumen besteht, sowie viele Steinklötze. In China sind Steine nämlich voll im Trend. Jeder reiche Chinese besorgt sich nämlich irgend einen großen Stein, stellt den dann in seinem Garten auf und prahlt damit rum. Scheinen die Frauen auch voll drauf zu stehen. Hier kauft man sich ein dickes Auto zur Midlifecrisis in China einen großen Stein.
Und so ist es auch nicht verwunderlich, daß im Summer Palace der größte chinesische Stein steht (wobei der garnicht so groß ist). An diesem Stein drängen sich auch die Tourimassen. Warum weiß der Himmel. Natürlich findet sich an solch einer Stelle auch wieder ein kleines Kind mit Schlitz in der Hose welches seine Notdurft verrichtet. Das bringt auch einige weitere Touristen etwas an den Rand des Ekels - wir sind beruhigt, das wenigstens nicht nur wir das etwas ungewöhnlich und eklig finden.
Nachdem wir alle Hauptattraktionen abgegrast haben und die innerpalästlichen Attraktivitäten auch ihre Pforten schließen machen wir uns auf den Rückweg wobei wir etwas vom Hauptweg abstreifen um den Weg abzukürzen. Wir landen auf einem gänzlich unbevölkerten Stück Park das eigentlich an Schönheit die anderen Palastteile übertrumpfen könnte. Kein Tourist und wunderschöne Grünanlagen. Die historischen Gebäudeteile hier sind zwar ziemlich verfallen (wozu auch renovieren, wenn es eh kein Touri sieht), dennoch ist der Rasen gepflegt und die Wege sind wie überall in China sauber gefegt. Wenn wir uns nicht etwas Sorgen gemacht hätten, daß wir um raus zu kommen über eine 10m hohe Mauer klettern müssten wäre das sicher ein Ort zum Sonnenbaden gewesen. Idylle pur eben.
Nachdem wir dann die richtige Abzweigung verpassen und uns noch über ein Schild lustig machen, was uns die richtige Richtung gezeigt hätte krackseln wir noch eine Wasserrinne hinauf und schaffen es noch pünktlich aus dem Ausgang.

Uns überkommt der Hunger. Da wir auch nicht mehr allzu flüssig sind wird die nächste und günstigste Futterkrippe aufgesucht - das goldene M. Das ist an und für sich unspektakulär. Viel spannender ist es, daß sich einige Touristen beobachten lassen, die sich vor dem Mäckes fotographieren lassen. Neben einem antiken Tempel oder einem Wahrzeichen können wir das ja nachvollziehen, aber vor einem McDonalds? Kulturbanausen!

Auf dem Heimweg kommt mir der Gedanke, daß die Busfahrt eigentlich vielleicht nicht nur 10 sondern 20 cent kosten könnte weil 10 cent nur für eine bestimmte Strecke sind. Da uns das aber sowieso niemand erklären könnte nehmen wir unsere Einsparung glücklich hin und erreichen auch unser Domizil. Doro hatte sich gestern schon ein Poloshirt der China Marke "Robin Hood" (wobei das Aussehen und das Logo dieser Marke stark an Pringle of Scotland erinnert) gekauft und ich werde mir heute das männliche Gegenstück besorgen. Das finden die Chinesen super, denn die stehen voll auf Partnerlooks. Das geht soweit daß sie Socken, Schuhe, Hose, T-Shirt und auch Mützen zusammen tragen. Irgendwie schon lächerlich und so beschließen wir die Shirts niemals gleichzeitig zu tragen. Partnerlook ist untrue.

Der Abflug wird uns morgen um halb 6 aus den Federn reißen weshalb wir uns früh aufs Ohr legen werden und auch das Packen steht noch an.
Summa summarum lässt sich festhalten, daß China schöner als Korea ist und auch an vielen Stellen wesentlich globalisierter erscheint. Leider sind 5 Tage einfach zu kurz. Wir haben daher auch beschlossen Tokyo zu streichen und irgendwann eine etwas längere Asienrundreise zu starten. Stattdessen werden wir den Osten von Korea weiter erkunden.

Des Dalai Lamas Tempelchen

Eigentlich hatten wir uns für heute den Summer Palace vorgenommen. Wir kauften uns also zum Frühstück eine Art Hefezopf für 50 cent und machten uns auf den Weg zum Bus. Die Bushaltestelle war nach einigem Suchen auch gefunden. Wir springen also in den Bus. Im Gegensatz zum Rest der Welt werden die Tickets im Bus von einem Verkäufer verkauft. Ein Ticket kostet 10 cent und so stehen wir also davor und ich winke mit einem Schein rum, auf dem eine deutliche 5 zu sehen ist (normalerweise kann man immer durch 10 teilen um Euro zu erhalten und so wären das für mich 50 cent). Die Frau guckt genervt und winkt abweisend. Doro zückt also einen Hunderter worauf die Frau mit den Augen rollt und uns durchwinkt. Es stellt sich heraus, daß es zwei Scheine mit einer 5 drauf gibt. Ein Schein ist 50 cent wert und der andere (meiner) nur 5. Und auf 100 wechseln war offensichtlich nicht drin. Also fahren wir unsere erste Bustour mal glatt schwarz.

Und die zweite Katastrophe folgt, wir sind nämlich offensichtlich in die falsche Richtung eingestiegen. Panisch hüpfen wir aus dem Bus mit nur einer wagen Vorstellung unserer aktuellen Position - und haben keinen Schimmer wo wir uns befinden. Also versuchen wir jemanden zu finden, der englisch spricht und uns sagen kann wo wir uns befinden. Und das ist in China wirklich eine Herausforderung, denn hier sprechen noch weniger Menschen englisch als in Korea. Doch wie ein Wunder finden wir doch noch jemanden, der uns zumindest versteht und mit Händen, Füßen und langen Fingernägeln uns klar machen kann wo wir uns befinden. Wir begeben uns also zur nächsten U-Bahnstation. Das klingt nach einem kurzen Weg ist allerdings etwas weiter. Peking ist riesig und die Karten machen da einen falschen Eindruck. Hinzu kommt, daß das U-Bahnnetz weit hinter dem von Seoul und Europa zurück bleibt (auch wenn mit Hochdruck daran gearbeitet wird).
Wenig später passieren wir bereits mit Blick auf die ersehnte U-Bahnstation die "Bank of China" und entscheiden noch etwas Geld zu wechseln. Wir betreten also das riesige Gebäude in das wahrscheinlich eine ganze Kirche passen würde und sind beeindruckt. Überall Marmor und Sicherheitsleute. Unser Geld wird allerdings ohne Gebühr, unkompliziert und sehr freundlich umgetauscht. So einen Service wünsche ich mir auch in Amerika und Kanada.

Da wir ja schon einige Zeit verbraucht haben und uns in der entgegen gesetzten Richtung zum Summer Palace befinden entscheiden wir spontan unsere Pläne zu ändern und statt dessen heute den Lama Tempel zu besuchen.
Nachdem wir die U-Bahn verlassen und uns auf eine Richtung geeinigt haben laufen wir los und stellen bald fest, daß wir auf dem richtigen Weg sein müssen. Die Straße wird gesäumt von Souvenirshops, die Räucherstäbchen in jeder Form und Größe verkaufen. Ein deutsches Pärchen versichert uns, daß wir auf dem richtigen Weg sind und wenige Meter weiter biegen wir zum Lamatempel ein. Die sprachliche Verbindung zwischen dem Dalai LAMA und dem LAMA Tempel ist keine Zufall, denn der Lamatempel ist einer der größten erhaltenen tibetanischen Tempel außerhalb Tibets. Und der Tempel wird, was wir nicht wußten, noch aktiv genutzt.
Die schön gearbeiteten Tempelanlagen sind etwas im Räucherstäbchen Nebel versunken und überall werden diese Stinkestäbchen geopfert. Zu Doros Leidwesen, die sich die Lunge aus dem Hals hustet. Für mich als Hardcorekatholik stellt der weihrauchähnliche Nebel hingegen kein Problem dar. Und so schleichen wir anmutig durch die beeindruckenden Tempelanlagen und betrachten unzählige goldene Buddhastatuen, Gebetsmühlen und Opferschalen. Zuletzt befinden wir uns erneut vor einer hohen Halle. An einer Säule vor dem Eingang finden wir ein goldenes Schild was uns darauf hinweist, daß sich im Inneren eine 18m hohe aus einem einzigen 26m hohen Sandelholzbaum geschnitzte Buddhastatue befindet. Und wir werden nicht enttäuscht. Die bis unters Dach reichende Statue ist wirklich beeindruckend. Darüber vergesen wir sogar ein Foto zu machen (was in Anbetracht der betenden Buddhisten vielleicht auch ganz gut war). Irgendwann wird aber auch der tollste Tempel langweilig und so machen wir uns auf den Rückweg. Pünktlich am Hostel fängt es an zu gewittern. Eigentlich hatten wir uns noch vorgenommen etwas durch die Stadt zu bummeln, so verbringen wir eben den Abend brav im Bettchen und schlafen uns für den morgigen Tag aus.

Palace of Heaven

Der Palast des Himmels - klingt verlockend und ist es auch. Da passen wir hin und so machen wir uns auf den Weg zu diesem wohlklingenden Palast.
Der Palast ist ein Ruhepol mit Vogelgezwitscher und riesigen Parkanlagen. Genau das richtige für Doro und abgesehen von meinen armen Füßen auch nicht übel für mich.

Das einzig Unruhige sind lustige japanische Touristengruppen mit unruhig bunten Mützen die sich neben so ziemlich allem fotografieren lassen. Sei das nun eine Blume oder neben einem Schild mit Olympiawerbung.

Neben den Touris an den Brennpunkten sind noch viele alte Bäume und einige kleinere Tempel und Paläste auf dem Gelände zu finden. Ein Buddha-tempel, ein anderer Tempel mit einer runden Echo-wand an der man auf der einen Seite flüstern kann und man es auf der anderen Seite verstehen können soll. Klappt irgendwie nicht wirklich was die meisten lustigen Touristen dazu verleitet sich in die Mitte des Tempels zu stellen und wild zu klatschen. Danach bilden sie sich dann ein, daß es schallt und marschieren stolz aus dem Tor. Beeindruckend. Zuletzt gibt es noch das Zentrum des Palastes.

Das lässt sich etwas schwieriger erklären. Es ist ein in mehreren Kreisen stufenweise ansteigendes Plateau. Ausnahmsweise ist kein geschlossenes Gebäude auf der Spitze des Plateaus sondern eine Plattform mit neun Ringen die für die neun Himmel stehen. In der Mitte findet sich ein Centerstein. Wenn man auf diesem Stein steht soll die Stimme erhabener und eben göttlich klingen - bei mir keine allzugroße Veränderung *g*
Auf dem Weg zurück passieren wir noch ein Fotoshooting für Brautmode und versacken dann vorerst in einem der ruhigen Plätze um unsere Füße etwas auszuruhen, uns einen Sonnenbrand zu holen und Doros Husten mal raus zu lassen.

Nachdem wir etwas traurig den Park verlassen haben machten wir uns auf den Weg zum Silk Market. Wir kommen also neben zwei Gebäuden (Twin Towers genannt) aus der U-Bahn und stochen erst einmal ins goldene M (denn in China ist selbige Fließbandfrittenbude noch billiger als in Korea). Dort sollte uns etwas widerfahren wovor wir bereits gewarnt wurden. Zwei Jugendliche "Studenten" lernen dort nämlich rein zufällig Englisch und quatschen Touris an. Essen tun sie natürlich nichts und das goldene M ist ja auch ein klasse Laden um ungestört zu Lernen. Ersteinmal sind die also sehr freundlich und üben sich im Smalltalk um dann nach einiger Zeit uns zu einer Kunstgalerie einzuladen (was in China offensichtlich generell eine sehr verbreitete Sache ist). Laut der Vorwarnung wird so ein Besuch in den Galerien für die armen Touris sehr teuer. Aber nicht mit uns! Wer uns hinters Licht führen will muß früher aufstehen.
Wir machen uns also mit einer höflichen Entschuldigung aus dem Staub und auf zur nächsten Straßenecke und der Silk Street.

An diesem riesigen von außen modern anmutenden Gebäude prangen Banner "gegen Raubkopieren" etc, während drinnen das größte Kaufhaus für Fakeware in Peking (und wahrscheinlich auch der Welt) zu finden ist. Leider ist da mehr Security als im weißen Haus und unsere Kamera blieb brav in der Tasche. Dieses Kaufhaus ist nämlich wirklich unbeschreiblich. Dort bekommt man ALLES was normalerweise teuer ist in mehreren Qualitätsstufen zu winzigen kaufen oder besser zu erhandeln. T-Shirts, Polos, Taschen, Rücksäcke, Portmonaies, Uhren, Füller, iPods, DVDs und auch sonst alles woran man denken könnte - und das auf 6 vollen Etagen. Die Verkäufer dort sind in ihrem Verkaufsstil extrem agressiv "Hey Lady, looka looka!" und ziehen uns gradezu gewalttätig in ihre kleinen Verkaufsecken, wedeln mit Katalogen und Taschen vor unseren Nasen herum und machen es uns wirklich schwer wieder den Ausgang zu erreichen. Ein beeindruckendes Erlebnis. Noch dazu wenn man bedenkt, daß der Laden wirklich brummt.

Noch etwas geschockt und ziemlich ermattet kaufen wir auf dem Heimweg noch einen riesen Pott Nudeln für 50 cent und begeben uns dann auch bald in die Haia...

Die Chinesische Mauer

Ach ja, die Artikel haben wir schon etwas früher geschrieben. Leider ist in China die Zensur im Internet Realität und so sind Blogs nicht zu erreichen. Da lässt sich schließlich sehr schnell eine Masse erreichen. Jetzt kommt es aber nach:

Für heute hatten wir uns für eine Tour zur Chinesischem Mauer eingetragen. Eines der zwei Weltwunder die man vom Weltall sehen kann liegt vor unserer Haustür, da werden wir sicherlich nicht dran vorbei laufen.
Zwei Stunden sollte die Fahrt dauern und auf dem Weg konnten wir auch noch einen Blick auf das neu gebaute Olympia-Stadion werfen. Wie ein Nest eben und ansonsten auch nicht weiter anders, als andere Stadien.

Etwas später standen wir dann am Fuße der Mauer. Mit uns war eine andere deutsche, dreiköpfige Familie aufgebrochen und so würden wir zusammen den Tag verbringen. Die Chinesen haben begriffen daß man für alles Geld bekommen kann (wenngleich sie extrem wenig nehmen und das ganze ein wirklich sehr günstiges Land ist) und so muß man Eintritt bezahlen um zur Mauer zu kommen. Wir wollen also von unserem Fahrer die Karten bekommen und wundern uns, wieso er so stur immer nur zur Toilette zeigt. Uns wird übersetzt, daß der Fahrer uns erst die Karten gibt, nachdem wir brav Pipi gemacht haben. Offensichtlich haben einige Nordeuropäer vor einigen Jahren mal Weitpinkeln von der Mauer gemacht und so fügen wir uns der verordneten Pinkelpause.

Wir entscheiden uns gegen den Lift zum Gipfel und nehmen die Stufen zu Fuß. 20 Minuten später blicken wir auf ein Stück der 6000km langen Mauer. Es ist enorm, wie ruhig, grün und schön es auf dieser Mauer ist. Auch wenn uns die Sonne nur bedingt gegönnt war ist die Aussicht überwältigend. 300.000 Menschen haben die Grundsteine der Mauer gelegt und die einzelnen Steine den Berg hoch getragen. Einige hundert Jahre hat es dann bis zur heutigen Version gedauert.
Wir hatten zudem ein Stück Mauer erwischt, daß nicht von Touristen überflutet war. Angeblich das schönste und am besten restaurierte Stück zu dem auch immer die Staatsgäste geführt werden. Also genau richtig für uns. Und wie soll es sein, mitten auf der Mauer treffen wir einen EBSler aus unserem Semester...
Da leben in China 1,3 Milliarden Menschen auf 9,6 Mio m² und es gibt 6.000km Mauer. Auf diese Zahl kommen 1000 EBSler von denen 3 im Auslandssemester in China sind. Und einen davon treffen wir auf dem kleinen Stückchen Mauer auf dem wir sind. Da sage nochmal jemand die Welt sei nicht klein.
Nach 4 Stunden auf der Mauer und etwas Sonnenbrand trotz fehlender Sonne sollte der Abstieg angegangen werden. Dazu haben sich die Chinesen etwas lustiges ausgedacht. Eine Sommerrodelbahn made in Germany führt den Touristen in wenigen Minuten ins Tal hinab. Das geht auch recht flott und macht Spaß, wenn nicht grade irgendwelche ängstlichen Schnarchnasen vor einem her fahren. Ich durfte die Erfahrung machen, daß einige Personen schon fast rückwärts fahren wenn die Kurve kommt. Am Ende der Bahn wurden wir dann von lustig verkleideten Männern empfangen um sich direkt im Anschluß wieder durch die Masse an Souvenirshops zu wühlen.
Doro wollte sich eine Flasche Wasser kaufen. Der ursprüngliche Preis für die Halbliterflasche sollte 1€ sein. Handeln um jeden Preis also - am Ende sind es 30 cent für die Flasche.

Wieder im Hostel angekommen fängt es an zu regnen und wir beenden den Tag entspannt und schonen unsere abgelaufenen Füße für den kommenden Tag.

Dienstag, 13. Mai 2008

Die Verbotene Stadt

Der Morgen beginnt mit freundlichen chinesischen Sonnenstrahlen. Nach einem kleinen Frühstücksimbiss, Pita mit Tomate und Käse (viel Pita, wenig Rest), machen wir uns also gut gelaunt auf den Weg zur Verbotenen Stadt. Leider ist das U-Bahn-Netz nicht ganz so komfortabel wie in Seoul, sodass man doch eine kleine Ewigkeit laufen muss, bevor man eine Station entdeckt, denn was auf der Peking-Touristenkarte nach einer kurzen Strecke aussieht sollte man nicht unterschätzen. Aber jung und dynamisch wie wir sind stört uns das herzlich wenig.
Die Verbotene Stadt am nördlichen Ende eines Plazas mit dem wunderschönen Namen "Platz des himmlischen Friedens" begrüßt uns mit einer unglaublichen Anzahl an Touristen und Chinesen, die uns Führungen anbieten oder uns zu studentischen Kunstausstellungen einladen. Hehe, die machen sich ganz umsonst die Mühe. Was nett und freundlich beginnt endet meist mit einer totalen Abzocke, aus der man nicht mehr rausskommt - wir wurden schon in unserem Hostel vorgewarnt. Besonders Einladungen in Teeshops oder studentische Kunstausstellungen sind wohl momentan voll im Trend für Ausländer. Wir finden schnell heraus, dass es hilfreich ist vorzugeben man könne kein Englisch.
Die Verbotene Stadt ist beeindruckend prächtig und groß (prächtig = für Olympia 2008 aufgemöbelt). Goldene Dächer, kleine Flüsse, Brücken, chinarote Paläste, künstlerische Verzierungen, Gärten, Innenhöfe, Pavillions und liebevolle Namen wie Palast der himmlischen Klarheit, Halle der mittleren Harmonie, Palast der himmlischen Reinheit, Tor der höchsten Harmonie, Palast der irdischen Ruhe, Halle zur Bildung der Gefühle, Tor der göttlichen militärischen Begabung... und jeder einzelne hatte während der Kaiserzeit seinen ganz bestimmten Zweck. Etwas störend waren besonders im ersten Drittel die Mengen an Touristen - für das erste Drittel wurde kein Eintritt genommen.
Im etwas unbevölkerten, weil kostenpflichtigen Innenhof machen wir dann mit Entsetzen die Entdeckung, dass kleine Kinder hier auf eine gänzlich andere Weise stubenrein gemacht werden als in good old Germany: praktisch, preiswert und umweltfreundlich einerseits, eklig und abstoßend andererseits. Die Hosen haben einen Schlitz am Hintern, die Kinder tragen keine Windeln. Sie hocken sich wie die Hunde hin, der Schlitz spreitzt sich dadurch und schittern einfach in den kaiserlichen Innenpalast. Die Mutter wischt noch schnell den chinesischen Hintern ab und bedeckt mit dem Tüchlein das Häufchen. Igittigitt! Scheint aber hier gang und gebe zu sein - andere Länder andere Sitten.
Nach geschlagenen dreieinhalb Stunden nähern wir uns glücklich, zufrieden, ein bisschen fertig und hungrig dem Ende der Verbotenen Stadt. Das ganze kostet uns pro Person weniger als 6 Euro. Zahlen, Daten, Fakten der Verbotenen Stadt: 720km² Grundfläche, 150km² bebaute Fläche, 890 Paläste, unzählige Pavillions und insgesamt 9.999 1/2 Räume. Wichtiger Punkt mit symbolischem Charakter: nur der Himmel durfte einen Palast mit 10.000 Räumen haben, die "Söhne des Himmels" mussten sich mit einem 1/2 Raum weniger zufrieden geben.
Wieder einmal laufen wir eine halbe Ewigkeit um zu einer ebenfalls für Olympia 2008 hochgezogenen Shoppingmeile "ganz in der Nähe" zu gelangen. Es erwarten uns viele internationale Unternehmen, und auch die Luxuslabels kommen nicht zu kurz. Noch begrüßt uns allerdings häufig ein "Opening soon" auf riesigen Plakaten und eingehüllten Gebäuden. Wir erstehen in einer niegelnagelneuen sehr westlich modern anheimelnden großen Shoppingmall für gemeinsam 3 Euro ein arg verspätetes reichliches Mittagessen mit dem wir beide sehr zufrieden sind. Gesättigt laufen wir noch die Straße runter, wieder mal ein "kurzes Stück" zur nächsten U-Bahn-Station. Ich erstehe noch auf dem Heimweg ein Polo-Shirt bis wir jetzt feststellen, dass wir wohl das Ladegerät für die Akkus vergessen haben und hier nicht 1,2 sondern1,5 Volt Batterien verkauft werden... Scheiße, denn morgen kommt die große Mauer!!!

Montag, 12. Mai 2008

Beijing 2008 - One world one dream

Nach einem recht hektischen Morgen mit anschließend erstaunlich glatter Umsetzung unserer Planung haben wir gegen 10.40 Uhr Ortszeit chinesischen Boden betreten. Der Flug war mit zwei Stunden in einem dramatich unterbesetzten Flieger gut erträglich - auch wenn das Fliegerchen eher an eine umgebaute Mülltonne mit einem China Airlines Stempel erinnerte.
Der Flughafen ist erwartungsgemäß sauber und sehr westlich orientiert - von der Stehtoilette mal abgesehen. Wir passieren etwas, was als "Temperature Detection" deklariert ist und wahrscheinlich ale Fieberkranken gleich wieder ausweist und einige erstunlich nette Polizisten an der Passkontrolle die wir mit einem Knopfdruck auf ein kleines Gerät bewerten können.
Unser Fahrer findet uns nach wenigen Minuten, nimmt uns brav unser Gepäck ab und steckt uns in einen mindestens 20 Jahre alten VW (ohne Gurte und Kopfstützen auf der Rückbank). Erleichtert bemerken wir, daß die Chinesen, anders als die Koreaner, Auto fahren können und auch Zwischenstufen zwischen Gasfuß und Vollbremsung beherrschen. Die neu gebauten Autobahnen in Peking sind wirklich ganz ordentlich geworden und als repräsentative Strecken wirklich schön bepflanzt mit viel Grünzeug und Rosen.
Bis wir das Hostel erreichen dauert ca. eine halbe Stunde und wir landen in dem was wir für China halten - einer Gasse im absoluten Hinterland die zwar kräftig umgebaut wird aber tierisch chaotisch anmutet. Der Fahrer hat inklusive Begrüßung kein einziges Wort mit uns gewechselt - wahrscheinlich ist er stumm und wills nicht sagen :-) Dafür hat er ein chinesisches Dingens an seinem Spiegel baumeln - jedem sein Duftbäumchen.

Das Hostel selbst ist wirklich liebevoll eingerichtet und mit 8€ pro Nacht inkl. Ganztagesfrühstück gut bezahlbar. Außerdem sprechen die Besitzer trotz recht hohem Alters wirklich ausgesprochen gut Englisch und sind sehr hilfsbereit. Kurzerhand entschließen wir uns am ersten Tag mal original Peking-ente zu probieren. Nach einigem Suchen haben wir auch das Restaurant gefunden was uns empfohlen wird.
Das Problem taucht wenige Sekunden später auf und tarnt sich in Form vieler Bedienungen. Die guten Frauen sprechen nämlich kein Wort englisch. Immerhin erklärt uns die Karte auf englisch was es denn gibt. Neben Affenhirn, spicy roasted Duckhead und irgendetwas was an Schildkröte ohne Panzer erinnert findet sich auch tatsächlich die normale Ente. Wir bestellen brav mit Händen und Füßen und Doro sucht sich noch etwas anderes aus was eher schwer zu identifizieren ist. Finde ich mutig. Die Bestellung von Getränken wird unlösbar - wir bleiben notgedrungen bei Wasser.
Doros Essen kommt auch recht bald und ist essbar (wenngleich ich immer noch unsicher bin ob es wirklich nur Schwein war). Wenig später kommt die Ente...für zwei Personen. Wir sind beide schon recht voll und platzen schon fast beim Anblick der leckeren Ente. Das Ding hat allerdings außer der Ente an sich nichts mit dem zu tun was wir so als Pekingente verstehen. Kein Süßsauer und auch der Reis fehlt ungewöhnlicherweise. Dafür wird die Ente mit Gemüse und einer dunkelbraunen Schwarze-Bohnen-Sauce in Wraps eingeschlagen. Schmeckt trotzdem super. Und auch die danach gereichte Brühe aus den Entenknochen ist excellent (Ich mache mir langsam Sorgen auf den Tisch zu reiern, wenn ich noch mehr esse) . Also lassen wir uns die restliche Ente, die Wraps und das Gemüse Einpacken zum Mitnehmen. Frag uns mal einer wie wir das erklären konnten - ein kleines Wunder. Die zwei Pekingenten mit Suppe und das andere Fleischgericht kosten uns knappe 10€. So lässt es sich leben.
Danach planen wir erstmal die restlichen Tage und sammeln Informationen zu den Touren. Morgen werden wir den Temple of Heaven und vielleicht auch die verbotene Stadt besuchen. Und zum Frühstück gibbet noch kalte Ente.

Sonntag, 11. Mai 2008

Happy Muttertag

Hallo Muttis, alles Gute zum Muttertag! Ihr habt Euch den Tag der Entspannung ohne uns nervige Post-Teenager echt mal verdient.
Was soll man ansonsten so sagen: "Joa?!". Wie man anhand der Einträge sehen kann ist in den letzten Tagen nicht allzuviel spektakuläres passiert. Unser Kühlschrank hat einige neue Anhänger bekommen und ist inzwischen recht dicht besiedelt, die Koreaner treffen sich zum gemeinsamen Rumrotzen in Sportanlagen und wir versuchen dem ganzen nach China zu entfliehen. Ach ja, die Pötte sind fertig. Meiner hat es, wie soll es anders sein, natürlich nicht geschafft (...was mich schon sehr enttäuscht hat). Dafür ist Doros Pott umso schöner geworden. Ein Höhepunkt ist außerdem, daß unsere Badezimmertür nur noch mit Gewalt zu schließen ist (Gewalt ist eben doch eine Lösung) und dabei genug Krach macht um das gesamte Stockwerk jeden morgen zu wecken. Da Doro mich damit also jeden Morgen aus dem Schlaf reißt bleibt wenigstens die innere Befriedigung, daß wenigstens alle anderen dieses harte Schicksal teilen - ich werde die nächsten Tage eine Selbsthilfegruppe auf unserem Stockwerk zu gründen versuchen.

Gestern haben wir unsere Visa für China abgeholt und dürfen nun in das Land der unbegrenzten Tibet-Repressionen. Das wird ein Spaß - und dabei denke ich weniger an Repressionen als an günstiges Einkaufen, gutes Essen, die chinesische Mauer und die verbotene Stadt. Morgen um 9.40 Uhr Ortszeit hebt der Flieger ab.

Heute stand aber neben den üblichen Dingen auch noch ein Treffen mit zukünftigen EBS Studenten von der Yonsei auf dem Tagesplan. Wir sollten sie auf den bevorstehenden Kulturschock vorbereiten - von der 30Mio Metropole in das 100 Seelen-Nest Oestrich-Winkel. Da sitzt der Schock schon tief.
Die drei sind erstaunlich gechillt und für Koreaner wirklich aufregend westlich orientiert (Doro: "das hört sich irgendwie sexuell an"). Mit selbigen waren wir erstmal das traditionelle Korean BBQ futtern. Leider nichts neues, für uns aber essbar. Was will man sich beklagen? Vor allem wenn man eingeladen wird. Revangieren konnten wir uns wesentlich später im Jazz 9, einer Bar über den Dächern von Seoul gelegen, die neben westlicher Einrichtung auch westliche Cocktails und westliche Preise anbietet. Die Cocktails sind aber den Preis durchaus wert. Und wenn ich auch alles ca. 5 mal wiederholt habe war der Abend wirklich nett und entspannt. Wenn der Flug nur nicht so bald wäre und wir noch packen, Schuhe putzen,... müssten würde ich jetzt wirklich friedlich ins Bettchen hüpfen können. So wird eben alles wie gewohnt etwas stressiger, das Magengeschwür wirds freuen.
Ab morgen wird es dann frische Bilder und Impressionen aus der chinesischen Hauptstadt geben. Heureka!

Sonntag, 4. Mai 2008

The S(e)oul of Beverly Hills

Mit einer Woche Verspätung haben wir heute geschafft, was wir uns für vorige Woche vorgenommen hatten, wir waren im Beverly Hills von Seoul - dem koreanischen Himmel auf Erden.


Nachdem wir mit der U-Bahn wie üblich unser Ziel erreicht hatten war erstmal die Wedding Dress Avenue angesagt. So etwas ähnliches haben wir ja schonmal gesehen - nur auf der anderen Seite der Stadt und in etwas günstiger. Dennoch war die andere Straße durch die wörtliche Aneinanderreihung der Hochzeitsläden beeindruckender. Hier gab es zwar einige nette Läden und auch Hochzeitsberatungen, spezielle Fotographen und Limousinenservice aber nicht so aneinander gereiht und fast schon westlich orientiert. Daher wollten wir uns damit auch nicht länger aufhalten. Der Luxus ruft.
Und der begegnet uns schon eine Straßenecke weiter. Alles was man so aus Europa kennt gibt es hier auch, LV, Gucci, Armani, Hugo Boss, Zegna, Hermes, Tiffanys, ...

Bevor wir uns dem Zentrum des Wohlstandes hingeben wollten sollte aber noch eine Abzweigung genommen werden, die Rodeo Street (Erinnert der Name noch irgendjemanden an Rodeo Drive?). Dort finden sich die "normalen" Labels wie Tommy Hilfiger, Levis, Adidas, etc.

Außerdem finden sich auffallend viele deutsche Automarken auf dieser Straße wieder. Mercedes AMG und Porsche bevorzugterweise.

In den genannten Läden findet sich eine besonders nervige Spezies: Eine Art Affe von Verkäufer, der sobald man den Laden betritt hinter einem her dackelt. Ob der nun wissen will ob man etwas kaputt macht oder einfach nur nerven möchte bleibt unklar. Da bekommt man richtig Übung darin Haken zu schlagen und Achten zu laufen. Und zwar so lange bis der Verkäufer schwindlig aus den Latschen kippt. Eine super Taktik ist auch einfach den Verkäufer an streng guckenden Koreanern vorbei zu führen. Meistens wird er dann wie ein Torpedo von den Abwehrmaßnahmen abgelenkt und heftet sich mit dem anderen Verkäufer auch noch an das streng guckende Pärchen. Und da alle Koreaner beim Einkaufen streng gucken ist das meist kein allzugroßes Problem.

Auch spannend war es, als der Verkäufer bei Zegna uns quasi verbot die Treppen zu benutzen und uns zum Aufzug führte während er selber die Treppen hochwetzte um uns oben wieder freudestrahlend zu empfangen. Frei nach Obelix: Die spinnen die Koreaner!

Schnell zurück zum Herzstück der Gegend. Der Tempel des Luxus findet sich in "the Galleria", einer Luxusmall. Da findet man dann die ganzen Labels noch einmal. Ich habe mich also auf die Suche nach einem Portmonaie gemacht, während Doro sich passendes Makeup suchen ging und ein Kleid suchte. Wir sind auch rein geschmacklich fündig geworden - wenn da nicht immer der schnöde Mamon im Wege stünde. Aber so ein Portemonaie für $600 ist ja auch eine schöne Sache :-)

Dort fand Doro dann auch das Kleid der Kleider. Von Dior sollte es sein und in Seoul ist es genau einmal zu finden. Dieses Stück Luxusstoff kostet gediegene 4.000€ und ist nur in einer Größe erhältlich - der Rest wird selbstverständlich individuell angepasst. Normalerweise ziert es auch nur die Vitrine, für uns wird es jedoch hervorgezaubert und Doro soll es anprobieren. Das bringt gleich zwei überfreundliche Verkäuferinnen so in Wallung, daß sie sich mit Doro in die Kabiene quetschen und ihr beim Anziehen helfen wollen (wobei sie eigentlich mehr jauchzend daneben stehen). Und wir dürfen es sogar fotografieren (was Dior eigentlich streng verbietet). Die Verkäuferin seufzt, daß sie sich am liebsten auch mal in das Kleid werfen würde und schmachtet Doro herzzerreißend an. Dieses Kleid und der Bachelorball ist gerettet ;-)

Der Tag im Luxusrausch hat erstaunlich lange gedauert. Mit einigen Katalogen bestückt machen wir uns dann endlich auf den Heimweg. Zu der den Tag andauernden drückenden Schwüle fängt es pünktlich bei unserer Ankunft im häuslichen Gefilde an zu regnen - ich habe den Eindruck daß die Regenzeit beginnt...

Donnerstag, 1. Mai 2008

Rotes Kreuz Paket

Keiner weiß wie, aber die Post-heinzelmännchen in diesem Land arbeiten doch irgendwie und finden trotz Straßenbeschreibungen wie "neben der großen Kirche" und "in der Nachbarschaft von Lee" (Lee ist der häufigste Nachname in Korea) das angegebene Ziel. Und so war es dann auch möglich, daß uns in diese Nahrungswüste etwas anständiges, europäisches gesendet wurde aus dem Heimatland. Beeindruckend!Außerdem haben wir heute die Buchung für das Red Lantern bestätigt bekommen. Alles nimmt seinen Lauf.
In BC "lernen" wir jetzt auf englisch telefonieren. Ich könnte einschlafen vor Langeweile.

Außerdem lief heute abend in der Uni ein hier sehr bekannter, weil skandalöser koreanischer Film. Da sind Frauen 3/4 nackig zu sehen. Uiuiui... Außerdem wird die Geburt des Kamasutra beschrieben. Da kichern sich die armen Koreaner vor Scham zu Tode. Während dessen war Doro mit Isa einkaufen und stellt mal wieder fest, daß die Koreaner alle viel zu kurze Ärmchen haben.

Mehr ist an diesem denkwürdigen Tag leider nicht zu berichten. Vielleicht schaffen wir es ja morgen mal irgendetwas zu Stande zu bringen - oder schlafen wieder wie gewohnt lange aus.