Mittwoch, 30. April 2008

Die Kapitalisten kommen

Kommunistenland wir kommen! Heute haben wir endlich mal wieder etwas geplantes geschafft, wir haben unsere Flüge nach Peking gebucht. Mit rund 250€ pro Person ist der Flugpreis für eine so kurze Strecke zwar überraschend hoch aber das schmälert die Vorfreude nicht. Abflug ist am 11. und Rückflug am 18. Jetzt versuchen wir noch zwei Betten im Red Lantern zu bekommen. Was klingt wie ein billiger Puff ist eines der top Hostels im Städtchen. Mit 7€ pro Nacht entspricht das frisch renovierte Hostel dem chinesischen Standard.

Bis wir das kapitalistische Kommunistenland aber entern werden benötigen wir noch unser Visum. Das besorgt uns das Reisebüro in dem wir gebucht haben - praktischerweise befindet es sich auf dem Campus. Ich möchte auch ein Reisebüro auf unserem Campus haben...

Während der Zeit unserer Abwesenheit wird an der Yonsei der Bär steppen, Akaraka ist angesagt. Klingt wie eine MG-salve und ist DAS Event der Uni. Neben allerlei fragwürdigen Aktivitäten (Konzerte, Kennenlernspiele, Partnerbörsen, etc.)treffen sich alle Studenten der drei Sky-Universitäten an der Yonsei, besaufen sich gemeinsam und verhauen sich danach :-)
Diese gemütlich klingende Beschreibung scheint nicht alle Studenten magisch anzuziehen und daher war das Reisebüro heute etwas überfüllt mit Personen die panisch zu fliehen versuchen.
Dazu kommt, daß die kommenden zwei Montage Feiertage sind. Buddha feiert mit seinen Kumpels Geburtstag und den Kindern des Landes ist der Childens Day gewidmet. Wenn ich da an die vielen wuselnden Kinder denke hat es viele Vorteile in China zu sein.

Ansonste ist hier mal wirklich garnix los. Alles beim alten. Die Uni nervt, BC langweilt uns. Wir müssen für GBE jeder 10 Fragebögen von Europäern ausfüllen lassen und die dann später auswerten. Koreanisch nervt wie immer und wird auch nicht leichter.
Gestern waren wir in einer Indian Bar, die sich unter dem Watts on Tap befindet. Ein Raum, sehr familiär (der Riesenhund läuft frei rum und begrüßt erstmal jeden Gast sehr herzlich) und es gibt auch Cocktails.
Heute werden wir allerdings noch nach Anam fahren und Isa zum Abendessen treffen. Vielleicht besuchen wir danach auch nochmal das Watts on Tap in dem heute der Niederländische Queensday gefeiert werde. Dann mal "Lang und hoch lebe die Queen!"

Sonntag, 27. April 2008

Happy Birthday

Alles Liebe und Gute zum Geburtstag wünschen Constantin und ich dir! Ein imaginäres Blümchen... Und mal wieder kann ich nicht zuhause sein: letztes Jahr Klausur, dieses Jahr ein kleines bisschen zu weit weg. Hoffentlich klappt's nächstes Jahr mal. Feier schön, genieß den Tag und hör auf die Falten und grauen Haare zu zählen, es werden mit Sicherheit nicht weniger, also nichts spannendes dabei ;-).

Samstag, 26. April 2008

Heiliger Samstag

Die beste Nachricht des Tages ist eigentlich schon eine Nachricht des gestrigen Tages. Wir haben durch ein Wunder unsere Koreanischklausuren beide bestanden. Halleluja! Keiner weiß wie wir (besonders ich) das geschafft haben, aber es hat geklappt. Wer da nun unsere Gebete, unser Betteln oder Flehen also erhört hat möchte ich nicht ausdiskutieren, aber irgendjemand hatte da Mitleid. (Das ganze ändert übrigens nichts an dem Rat diesen Kurs nicht zu wählen!)

Den gestrigen Tag haben wir demnach dann auch etwas entspannter verbracht. Doro hatte sich mit Isa mittags verabredet und wurde auf Grund technischer Probleme versetzt (sowohl unser, als auch Isas Handy haben nach einem Monat minderer Nutzung die Prepaidkarte gesperrt bekommen und nun müssen wir erneut einzahlen) und so wurde das Treffen auf den Abend verlegt. Also sind Doro und ich stattdessen auf die Suche nach ein paar edlen Treterchen gegangen (als hätte sie nicht genug ;-) ) und waren auch erfolgreich. Rund um die EWAH Womens University (wo auch sonst) sind lauter Schuh- und Kleiderläden die uns ein paar nette hochhackige Sandalen (oder wie man das auch immer nennen mag) erfolgreich verkauften. Abends hat sich Doro dann mit Isa getroffen und Anam unsicher gemacht. Eine Gegend mit wenigen, aber dafür sehr netten Studentenkneipen. Ich hatte gehofft ein paar andere Studenten zu treffen um mit ihnen einen zu heben - leider erfolglos. Die einen hatten heute noch ihre letzten Klausuren, die anderen waren vom Gewitter abgeschreckt worden und von der letzten Gruppe wußte ich einfach nicht, daß sie weg gingen. Trauriger Abend.

Heute sollte aber alles etwas geplanter ablaufen. Das World Trade Center war angesagt. Jaja, ihr hört richtig, das WTC. Denn soetwas gab es nicht nur in New York, sondern auch hier gibt es ein solches Center. Wir können nun also behaupten, es gehen zu haben :-)
Naja, nur fast, denn das Gebäude hier ist regelrecht unspektakulär. Viel spektakulärer hingegen ist die darin befindliche COEX Mall. Die hat es immerhin auch schon in den LP geschafft als eine der größten Shoppingmalls in Korea. Und dazu noch mit westlichen Standarts (wie sich herausstellen sollte). In der COEX Mall findet sich außer vielen Läden, dem obligatorischen Karaoke-eckchen und riesen Fressvierteln noch ein großes Kino, sowie ein Aquarium mit 50.000 verschiedenen Fischsorten. Nachdem wir einiges Geld in den Läden gelassen haben und einige sommerliche Kleidungsstücke reicher sind wollten wir uns diesen Fisch-lastigen Spaß nicht entgehen lassen. Mit 15.000 SKW p.P. kein wirklich günstiges Vergnügen. Mann gönnt sich ja sonst nichts, also rein in das Fisch-observatorium, denn auch wenn diese Aquarien weit hinter dem zooähnlichen Ding in Montreal zurück bleiben, sind sie auf Grund ihres typisch koreanischen Stils einfach sehenswert. Oder wer sonst würde eine Toilette, einen Getränkeautomaten und eine Waschmaschine in ein Aquarium umbauen? Einziger Minuspunkt waren definitiv tausende, wuselnder Kleinkinder. Die nerven zumindest mich männliches Wesen irgendwann schon ziemlich. Und wieso hauen die dummen Kinder (und natürlich auch einige dumme Koreaner) immer gegen die Scheiben? Wieso posen die Taucher in den Becken vor den Scheiben, obwohl sie sich darin doch nur spiegeln - selbstverliebt?
Jaja, wie man sieht wirft so ein Aquariumsbesuch doch einige entscheidende Fragen auf die mich die kommende Zeit beschäftigen werden. Ach ja, die Piranhas sind in der Ausstellung leider nicht zu finden gewesen. Also aktuell nur 49.999 Fischsorten - wahrscheinlich hat irgendein koreanisches Kind seine Hand in das Wasser gehalten und das Aquarium mit einem Armstummel statt mit einer Hand wieder verlassen. Die Piranhas wurden also vorerst aus dem Programm genommen. Schon schade.
Nach diesem Erlebnis schlürfen wir noch schnell einen Kaffee, bevor wir uns auf den Rückweg machen. Irgendwie ist die U-Bahn ausgestorben. So wenige Personen waren gradezu gespenstisch ungewöhnlich. Weshalb dieses Jahrhundertphänomen aufgetreten ist bleibt uns ein Rätsel.

Zu Abend waren wir auf eine Geburtstagsfeier in eine Bar eingeladen. Und wie es sich in Europa gehört ist man zwei Stunden nach Anfang der Party noch super in der Zeit. Wir kommen überpünktlich schon anderthalb Stunden nach Beginn der offiziellen Einladung in der Bar an und - niemand da. Das ist schon irgendwie ärgerlich. Also mal kurzerhand im Watts on Tap vorbeigeschaut und glatt mal Kä getroffen. Keine Ahnung, wie sie wirklich heißt (Doro meint Kay "die heißt Kaiiii"), aber sie ist Kanadierin und leidet mit uns unter dem Koreanischunterricht. Zu dritt bilden wir den Tiefpunkt des Kurses. Sie lässt uns wissen, daß die Geburtstagscrew schon in weiter entfernte Gefilde umgezogen ist. Pech, gibts halt kein Geschenk von uns. Wir gesellen uns statt dessen zu ihr auf die Dachterrasse des Watts on Tap und genießen einen netten und günstigen Abend. Óle, so kann es weiter gehen.

Morgen wird mal wieder ausgeschlafen und dann wird das Luxusviertel von Seoul gestürmt. Alles irgendwie voll entspannt so ohne Klausurstreß. Wir planen außerdem einen Trip nach Japan im kommenden Monat. Vielleicht auch China - schaumama.

Donnerstag, 24. April 2008

Midterms adé

Nun endlich ist es geschafft, die Midtermexams sind vorbei. Doro hat es halbwegs anständig über die Bühne gebracht, ich bin absolut gescheitert. Besonders die dreitägige Koreanischklausur war eine Katastrophe. Warten wir mal ab, wie unsere Ergebnisse am Ende aussehen.
Jedem, der an die Yonsei gehen möchte und mit dem Gedanken spielt Koreanisch als Kurs zu belegen sei eines gesagt: MACHT ES NICHT !!! Das ist der reinste Horror für jeden Nicht-asiaten. Nehmt den Kurs zusätzlich zu den benötigten Credits und lasst ihn vor den Midterms fallen. Dann kann man die Basics und muß sich nicht diesen unmenschlichen Klausuren opfern.
Diese Midterms haben uns auch die gesamte letzte Woche quasi 24h am Tag beschäftigt. Zwischendurch haben wir noch von unserer Koreanischlehrerin gelernt, daß die Deutschen stinken würden und alles mit Parfum überdecken. Sie hat mal in Deutschland studiert und das scheinen ihre Erfahrungen zu sein. Interessant...
Wir duschen jeden Morgen und haben nach der Stunde mehrere Studenten testen lassen und festgestellt, daß es offensichtlich nicht an uns liegen kann.
Jetzt sitzen wir also etwas frustriert in unserem Appartment und überlegen uns, wie wir den Abend verbringen sollen. Das Wochenende wird wieder ein paar Bilder hervorbringen. Wird alles besser...

Samstag, 19. April 2008

Wo ist denn nur der Frühling hin?

Die Frage der Überschrift stellt sich uns außerordentlich unerwartet. Vor zwei Wochen noch tierische Kälte, letzte Woche so eine Art Frühlingsanfang mit Kirschblüte, etc und nun kommt die Hitze schon. Der Fühling existiert quasi nicht. Das Thermometer steuert mit einem Affenzahn auf die 30°C Marke zu und lässt uns rätselnd vor unserem Schrank verzweifeln. Denn so kurz wie wir es gerne hätten sind unsere Klamotten nun auch nicht.
Daher haben wir hier endlich die Fernbedienung für unsere Klimaanlage abgeholt. Das Teil ist toll. Es öffnet sich mit der Anmut eines landenen Hightech-Ufos und kühlt unsere Bude innerhalb kürzester Zeit auf die gewünschte Temperatur. Jetzt kann man im Bett liegend Fernsehn und die Klimaanlage bedienen - wozu da noch aufstehen.

Doro hat letzte Woche zum ersten mal seit wir in Korea sind eine Klobürste gefunden. Das westliche Luxusstäbchen war lila-weiß gestreift und lag in seiner ganzen Pracht ohne Ständer neben der Toilette. Das muss ein Mitbringsel aus dem Westen sein, hier sucht man danach vergeblich. Wozu auch? Die Bauweise der Toilette sowie Chlor sorgen dafür, dass nach kurzer Zeit auch das größte braune Streifchen weggespült wird.

Zum gestrigen Tag.Da wir bisher gewisse Probleme mit dem Bargeldtransfer nach Korea hatten (man möchte ja ökonomisch sinnvoll möglichst keine Gebühren zahlen) ist nun eine Strategie erfolgreich umgesetzt worden. Wir haben in Deutschland bei der Citybank ein Konto eröffnen lassen und gestern auch hier eins eröffnet (Transfer von Citybank-konto zu Citybank-konto ist nämlich für lau). Das lief erstaunlich unkompliziert. Da waren 3 Bankbeamtinnen eine halbe Stunde mit uns beschäftigt und ließen uns zig koreanische Formulare unterschreiben, wir mußten ca. 7 € einzahlen und die EC-Karte gabs sofort zum Mitnehmen dazu. Das ganze kostet uns keinen einzigen Won. Wenn ich daran denke, daß das in Deutschland mindestens eine Stunde Beratung und tausend Formulare plus zwei Wochen Zeit von Nöten sind bis man endlich mal eine EC-Karte erhält, dann ist das hier doch wirklich ein Fortschritt.
Danach waren wir dann tatsächlich einmal pünktlich in Koreanisch. Ein echtes Hochgefühl. Das verläuft momentan mit neuer Koreanischlehrerin (jaja, man höre und staune), die englisch und sogar deutsch (tadaah: sie hat Germanistik in Würzburg studiert) spricht wirklich garnichtmal so schlecht. Wenn wir sie von Anfang an gehabt hätten wäre das sicherlich wesentlich besser gelaufen. Mit ihr kämpfen wir also momentan darum die Koreanischklausur zu bestehen.
Neben der Tatsache, daß uns die nun kommende Woche anstehenden Klausuren quälen und besonders die zweitägige Koeanischklausur wirklich ein Problem wird, haben wir uns gestern mit Isa und einem deutschen Wahlmaastricher getroffen um den Abend zu verbringen. Nachdem wir uns mit Chabuchabu die Mägen gefüllt haben und ein kleines Eis nachgeschoben haben war es leider erst 11 Uhr und damit definitiv zu früh um den Freitag Abend ausklingen zu lassen.

Also auf in eine bis dato unbekannte Bar in unserem Viertel. Es nennt sich Tent Bar. Aus gutem Grund. In dem Raum finden sich nämlich lauter Zelte in denen man zu viert sitzt, sich betrinkt und die vielen kleinen Snacks in sich hineinstopft. Wir entschieden uns für das Whiskey-set. Mal was neues neben dem vielen Bier. Die Flasche Whiskey zu viert war dann auch gegen halb eins geleert und der Abend war nett zuende gegangen. Wird sicherlich nicht das letzte mal sein, daß wir als lustige Vierergruppe weg gehen. Ach ja, ich bin übrigens ein ernster Geselle - das höre ich doch gerne. Doro ist eher ein "ich mag Whiskey und sollte keinen trinken"-Typ. Auch gut zu wissen.

Dienstag, 15. April 2008

Kirschblüte

Nach einem ganz normalen Tag mit dem üblichen Uni-Gedöns und frustrierenden koreanisch Vorlesungen entschließen wir uns, nocheinmal nach Yeouido zu fahren. Yeouido ist eine Insel auf dem Han Fluss, der Seoul in zwei Hälften teilt und bekannt für Kirschblüte und Kirschblütenfest. Ist uns auch alles schon bekannt, allerdings hatten wir beim letzten Trip dorthin am Freitag den Fotoapparat vergessen. Nun hoffen wir inständig, dass dort noch etwas zu sehen ist, da die Kirschblüten nicht lange die Bäume in einen rosa Umhang hüllen. Leider tritt genau das ein. Nur noch einige wenige Bäume geben uns die Ehre einer rosafarbenen Pracht und stehen Portrait. Allerdings nicht für lang, denn nach kurzer Zeit gibt leider schon die Batterie des Fotoapparats auf. Aber für ein paar hats gereicht. Die anderen Bäume konzentrieren sich auf die Blätterproduktion und tragen allerhöchstens noch vertrocknete Blütenüberbleibsel. Um den Eindruck von Freitag zu vermitteln haben wir noch ein paar andere Bilder hochgeladen.
Direkt am Anfang neben der Allee ist eine Festplatz auf dem ein vermutlich nicht ganz so beliebter koreanischer Schlagerstar performed - die Begeisterung der Koreaner hält sich in Grenzen, auch wenn er sich noch so sehr bemüht Stimmung in den Laden zu bringen. Wir begeben uns zurück zu den Bäumen, denn dort ist trotz der fast nicht mehr vorhandenen Kirschblüte alles noch sehr schön beleuchtet und klassische Musik untermalt unseren Spaziergang auf der Kirschbaumallee. Die ist momentan für Autos gesperrt und läuft genau um das Parlament herum, Politiker müssen schließlich auch mal ausspannen können. Bunte Blumenkübel säumen den Weg und besonder die Tulpen scheinen die Koreaner zu beeindrucken. Wir finden heraus, dass die in Korea eher nicht so häufig vorkommen und daher tierisch fancy sind. Apropo Tulpen: In Japan dürfen Tulpen importiert werden, allerdings nur unter der strengen Auflage jede einzelne zur Qualitätskontrolle durch die Blüte halb durchzuschneiden. Eine halbe Tulpe ist doch der Traum jeder Frau. Nun sind wir wieder zurück in unserem ebenso fancy Apartment und bereiten uns seelisch und moralisch auf den morgigen Unialltag vor.

Sonntag, 13. April 2008

Rattaratta Bumm

Die letzten Tage waren ereignislos, weshalb wir uns das Schreiben auch erspart haben. Ist ja langweilig immer nur zu lesen, wie der normale Tagestrott so abläuft. Reicht ja, wenn wir uns hier langweilen und uns vor den kommenden Midtermexams fürchten.

Heute sollte aber alles etwas anders werden, wir hatten nämlich seit langem mal wieder etwas geplant. Heute sollte das War Memorial unser Ziel werden. Nachdem wir also etwas länger ausgeschlafen hatten (so etwa 14 Uhr) und unsere sieben Sachen gepackt hatten ging es los in Richtung Ziel.
Nachdem wir angekommen waren stellten wir fest, daß sich auf Grund mangelnder Nahrungszufuhr unsere Mägen etwas im Brummen übten. Dagegen half wie immer das überall vorhandene Snack Corner. Ich hielt mich an Eis und Doro an salzige Cracker. Mjammjam. Außerdem sollte eine Flasche Wasser der Dehydrierung vorbeugen.

Frisch gestärkt machten wir uns also auf den Weg ins Freigelände des Museums. Dort sind neben allerlei Kriegsspielzeug in Form von Panzern und Geschützen auch noch Flugzeuge ausgestellt sowie ein Lautsprecher zur psychologischen Kiregsführung. Irgendwie eine lustige Idee dem Gegner ständig zuzubrüllen, daß auf der einen Seite der Kriegshölle der Himmel wäre.
Schließlich haben wir uns dann entschieden auch in das Museum zu gehen. Genauer genommen habe ich das entschieden, weil Doro bereits keine Panzer mehr sehen wollte. Ist eben doch eine Ausstellung für Männer - ohne Schokopanzer für die Frauen. Drinnen war eigentlich auch nicht mehr zu sehen als draußen auch. Jede Menge Waffen in groß und klein von der Steinzeit bis zur Neuzeit. Dazwischen jede Menge heroisch posierender Koreanerstatuen. Komischerweise oft mit sehr westlichen Gesichtern und alle überlebensgroß - wahrnehmbar eben. In dem riesigen Gebäude (der LP gibt 3 Stunden Zeit zur Besichtigung an) sind unter anderem Schiffe (neuere und ältere) eingebaut. Das ältere Modell hatte es Doro anscheinend angetan, sie wollte es direkt bei sich im Wohnzimmer einbauen und daraus eine Haschbude machen.
In dem obersten Stockwerk (es gab nur 3) war dann der Vietnamkrieg behandelt mit nett nachgestelltem Dschungelweg u.ä. - eben alles eher eine Art Abenteuerspielplatz für große und kleine Jungs. Doro hatte schon nach dem ersten Stockwerk die Nase voll und wanderte von einer Bank zur Nächsten. Die Arme hat es aber tapfer überstanden und war direkt glücklich als wir am Ende des Tages auf Grund der Schließungszeit aus dem Museum geworfen wurden.

Als Abendessen haben wir uns Gibimbab geleistet. Einfach, gut, günstig und so typisch eben. War auch garnicht mal so schlecht. Vor Allem wenn man bedenkt, daß es die erste Mahlzeit des Tages war.

Mittwoch, 9. April 2008

Schlafes Geschwister

14 Stunden Schlaf später hat uns die Welt wieder. Irgendwie schaffen wir es nicht vor 16 Uhr und nach zwei Filmen aus dem Bett. Wer meint, der Jetlag sei eine Erfindung der Snobs um sich wichtig zu machen, der darf unsere Reise wiederholen und wird feststellen, daß es zumindest eine sehr realistische Erfindug ist.

Danach machen wir uns dann auf den Weg zum Abendessen. Unsere Bibel zeigt uns ein Restaurant in der unmittelbaren Umgebung. Man merkt, daß die Regenzeit immer näher rückt - es durchnäßt uns schon wieder. Dafür ist es nicht mehr so kalt wie im guten alten Deutschland.

Das Restaurant hat eine kleine Karte, siehrt etwas reanzig aus und hat die koreanisch-typischen Stehklos. Nicht sehr einladend. Dafür ist das Essen ok und die Preise auch. Erst der Rückweg bringt etwas erwähnenswertes zu Tage. Ich schaffe es Doro zu einem Eis breit zu schlagen. Wir entscheidn uns unter anderem für ein dunkles Schokoeis. Es ist das dunkelste und beste Schokoeis bisher. Doro meint sogar es sei eventuell das beste, was sie je gegessen hat. Na, wenn das mal nichts ist.

Jetzt sind wir wieder zu Hause. In den kommen Tagen werden wir mal versuchen wieder ein paar Bilder zu schießen und etwas zu unternehmen. Außerdem drückt es uns gen Midterm exams. Die sind nämlich leider auch Ende des Monats.

Ach ja, während wir hier wohnen werden immer mal wieder Magnettafeln mit Werbung an unsere Tür geheftet. Die landen bei uns immer am Kühlschrank. Das Kunstwerk werden wir natürlich weiter vervollständigen. Ein kleiner Zwischenstand kann ja aber nicht schaden.

Dienstag, 8. April 2008

Back in Seoul

Die fünf Tage Deutschland waren wirklich erfrischend. Gewohntes Essen war mal wieder nötig. Der Kongress lässt sich am ehesten mit "organisatorisch durchwachsen" beschreiben, war den Besuch aber auf jeden Fall wert. Das Resultat ist eine leichte Sehnenscheidenentzündung vom Nintendo Wii spielen und ein dicker Bauch vom Durchfuttern. Ach ja, Arvato hat eine Verlosung durchgezogen. Doro gewinnt einen iPod und ich ein Spa-Wochenende für zwei Personen.

Gestern fängt es dann an zu schneien. Irgendwie verstehe ich nicht, wieso alle wegen der globalen Erderwärmung rumheulen - Schnee ist definitiv nicht warm! Der Flug ist zwar mit Rückenwind recht kurz (nur 9,5h) zieht sich aber weil wir alle Filme schon vom Hinflug kennen. Die professionelle Vielfliegerstrategie ist sich eine leere Reihe zu suchen und sich flach zu legen. Holzklasse im Flieger ist mal wirklich richtig scheiße. Wir müssen uns leider jeder mit nur zwei Sitzen zufrieden geben. Darauf zu schlafen ist fast unmöglich. Fast!

In Seoul bei der Landung ist es warm. Die Sonne scheint wie im Märchen und es ist wie im Frühling. Außerdem sorgt der immer bessere Wechselkurs für gute Laune. Inzwischen ist der Euro 1480 Won wert.

Wir haben über das WE unser Appartment an zwei Freunde von Jasper übergeben, die uns zum Dank eine Schachtel Pralinen zurück gelassen haben. Jetzt waschen wir noch schnell unsere Bettwäsche und beziehen die Betten neu, duschen danach und machen uns dann auf den Weg zur Uni. Koreanisch...

Und danach folgt dann das Treffen mit unserem GBE-Kurs. Es hinterlässt das Wissen, daß Studenten immer gleich sind. Erst organisiert man etwas und fragt was sie essen wollen und bekommt NULL Feedback. Sobald man sich dann für etwas entschieden hat ist das aber auch nicht so ganz recht. Schlußendlich sind wir in einem chinesischen Restaurant gelandet, daß wir schon kannten. Zumindest lecker und der Professor hat uns auch noch alle eingeladen. Danach wandern wir ins Heidelberg. Der Fusel ist immer noch nicht besser geworden.
Alles in allem ein schöner Abend - nach über 40 Stunden ohne Schlaf machen wir uns aber bald vom Acker. Das Bett kann echt ein toller Ort sein.

Donnerstag, 3. April 2008

Stipvisite in Deutschland

Die letzten Tage haben wir mit der Vorbereitung unseres Heimfluges verbracht. Zur Überraschungen einzelner Familienteile haben wir also Flüge nach Hause gebucht. Wir werden hier fünf Tage bleiben und am ebs Supply Management Forum 2008 teilnehmen.
Das ist ganz praktisch, da grade in Seoul das Wetter umschlägt und wir etwas dickere Kleidung gegen dünnere austauschen werden. Außerdem können wir so einige Geschenke Richtung Heimat transportieren. Leider lässt die Lufthansa ja nur 20kg Gepäck + 8kg Handgepäck zu. Da bleibt wenig Platz für schwerere Geschenk.
Es ist schon ein gutes Gefühl in der Zwischenzeit etwas gewohntes Essen zu bekommen.
Pünktlich zum Abflugtag fing es auch wieder an zu regnen und wir standen mit den Koffern im Regen. Glücklicherweise gibt es eine Bus-Direktverbindung zwischen Flughafen und Sinchon.
Vielleicht schießen wir ja auf dem SMF2008 ein paar Bilder (auch wenn die hier nicht wirklich rein gehören).
Am 08.04. landen wir gegen Mittag wieder in Incheon. Abends werden wir nach Koreanisch dann zu einem Klassentreffen mit unserem GBE-Kurs laufen. Ich wurde vom Lehrer gebeten das zu organisieren und bin der Bitte nachgekommen. Nix großes, da ich mich für die einfachsten Restaurants entschieden habe die es gibt und eine koreanische Reihenfolge gewählt habe: Essen, Trinken, Karaoke. Wird sicherlich lustig werden.
Glücklicherweise kümmert sich meine Lieblingsmentorin darum die Plätze zu reservieren - das hat in der Kürze der Zeit leider nicht mehr geklappt.