Sonntag, 8. Juni 2008

Update

Joa, in letzter Zeit war hier ja eher wenig los. Das liegt weniger daran, daß wir faul sind, sondern eher am Gegenteil. Wie offensichtlich überall auf der Welt legt auch die Yonsei 2/3 des Jahresworkloades auf die letzten zwei Wochen. Und so quälen wir uns hier also durch Paper, machen Präsentationen, fahren statistische Analysen und lernen Grammatik und Vokabeln. Das ist alles nicht sehr erbauend.
Und dabei gäbe es doch immer noch einiges zu sehen. Wir haben es immer noch nicht auf den Seoultower geschafft, das Olympiastadion ist uns noch neu, genauso wie Sodaemun Prison und auch ein großer Tempel fehlt noch in der Sammlung.
Dabei lernen wir dennoch nach wie vor jeden Tag etwas neues. Das Koreaner keine Verkehrsregeln kennen wußten wir schon, das koreanische Polizisten einfach mal irgendjemanden schlagen können hat uns hingegen etwas überrascht.
Ich hatte ja vor einiger Zeit bereits die Regenzeit angekündigt. Das war wohl ein zu früher Schuß. Allerdings regnet es vermehrt. Die letzte Woche hat es recht häufig extrem heftig gewittert. Natürlich fängt es immer dann zu schütten wenn wir uns ohne Schirm unter freiem Himmel bewegen. Dazu kommt dann noch die wirklich zunehmend drückende Hitze, die durch eine enorme Luftfeuchtigkeit noch unangenehmer wird. Ich schwitze hier durchgehend wie ein Tier. Die Klimaanlage ist mein bester Freund!
Am vergangenen Donnerstag war außerdem ein Treffen mit Koreanern angesetzt, die demnächst ins Ausland gehen. Die wurden nach Ländern aufgeteilt und dann sollten Austauschstudenten aus den jeweilige Ländern dazu etwas erzählen. Die jeweiligen Länder waren oft gruppiert - so auch unsere Gruppe. Die Uni hatte sich für eine brisante Gruppierung entschieden: Deutschland, Österreich und Italien - nebenan Israel...
Der Raum der Achsenmächte füllte sich dann nach einer halben Stunde Verspätung auch schnell mit recht vielen Koreanern. Wir zwei ware jedoch die einzigen anwesenden "Arier" wie sich herausstellen sollte - was natürlich besonders für diejenigen, die nach Italien und Österreich gehen sollten etwas unproduktiv war. Wir haben die armen Koreaner dann zwei Stunden vollgequatscht und sicherlich 20 mal nach Fragen gefragt. Irgendwann erbarmte sich dann eine Koreanerin und fragte nach den Preisen von deutschem Essen - der Höhepunkt des Abends. Irgendwie scheinen die Koreaner ziemlich unvorbereitet ins Ausland zu gehen. Das wird ein Kulturschock.
Außerdem haben wir ein Klavier im KLI gefunden, auf dem Doro sich verlustiert. Inzwischen sogar schon mit koreanischem Publikum.
Ansonsten fällt mir noch ein, daß mein koreanisches Team mal wieder nervt wie die Sau, weil eigenständiges Mitdenken ja Glückssache ist.
Ach ja, zum Abschluß noch gute Nachrichten. Unser Flug nach Jeju ist jetzt gebucht. Am 19.06. werden wir uns in die Lüfte erheben mit einer koreanischem Billig-airline (ich höre unsere Mütter schon verzweifelt die Luft anhalten). Die Airlines scheinen allerdings technisch ok zu sein, Abstürze auf der Strecke sind noch keine zu verzeichnen. Sie wurde uns jedoch als etwas "shaky" beschrieben - wir freuen uns auf anderthalb Stunden Achterbahnflug. Dafür kosten uns Hin- und Rückflug p.P. nur insg. 70€. Jede Achterbahnfahrt ist teurer - da will man ja nicht meckern. Um das Zeug zu buchen mußten wir wieder auf die Hilfe meiner Mentorin zurück greifen, die sich nach wie vor rührend um uns kümmert. Die Fluglinie hat nämlich keine englischsprachige Homepage und akzeptiert auch keine fremden Kreditkarten (ich frage mich, wozu es hier Visakarten gibt, wenn man hier eh nur koreanische Karten akzeptiert...). Nun ist es allerdings vollbracht - Heureka!
Den besten Fakt habe ich noch unterschlagen. Wir haben ja etwas Geld von der Yonsei zurück bekommen, weil der Vertrag doch etwas günstiger war. Wir hatten ja mit insgesamt 300 Dollar gerechnet (was unsere Unterkunft hier schon wesentlich günstiger macht). Im Endeffekt waren es 680 Dollar. Damit sind wir hier nur unwesentlich teurer als das i-House bei unschlagbar besserem Service. Die Yonsei zahlt uns also unseren Urlaub auf Jeju. Wenn die Leute im i-House das wüssten :-)

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