Wir hatten uns heute etwas Exotik vorgenommen. Es sollte zum Halim Park gehen in dem sich eine Tropfsteinhöhle befinden sollte.
Der erste Schritt war allerdings wieder die richtige Bushaltestelle zu finden. Garnicht so einfach bei dem hiesigen Bussystem. Der Mann am Fa
hrkartenschalter gestikuliert wild rum und macht uns klar, daß hier der Bus nicht abfahren würde. Denn nachdem wir zig Personen schräg angequatscht haben und sich vier Pharmazeuten statt um ihre Kunden um Doro kümmern sind wir weit genug um einen Zettel mit der korrekt formulierten Frage nach der korrekten Bushaltestelle in der Hand zu halten. Das hätten wir, wenn auch mit mehreren Fehlern, sicherlich selber hinbekommen. Wir nutzen aber was wir haben und halten nun statt wild zu gestikulieren einfach den Zettel dem nächstbesten Passanten unter die Nase. Kaum liest er das koreanische Etwas sprintet er los, uns im Gepäck. Er rennt genau zu dem Mann bei der Busstation bei dem wir auch schon waren und überflutet ihn mit einem Schwall koreanischer Worte. Der Mann schwallt zurück. Das ganze endet damit, daß unser neuer Führer uns schlicht zum Taxi führt - hier gibt es keine Bushaltestelle die zu unserem gewünschten Ziel führt. Zum Glück wissen wir, daß es in der Nähe eine Art zentrale Bushaltestelle gibt von der aus es überall hin gehen soll. Der Taxifahrer versteht uns zum Glück gut genug um uns an der entsprechenden Stelle abzusetzen und schenkt uns aus heiterem Himmel noch eine Straßenkarte von Jeju. Wie nett.
Eine halbe Stunde später sitzen wir dann auch im richtigen Bus zum Halim Pa
rk. Die Fahrt dauert eine Stunde. Entgegen aller Wettervorhersagen regnet es heute nicht. Es ist bedeckt und zwischenzeitlich bricht die Sonne durch, perfektes Wetter. Als wir aus dem Bus steigen fällt unser erster Blick auf Palmen. So haben wir uns das vorgestellt. Ein wenig später treten wir durch die Pforten des Parks. Palmen so weit das Auge reicht. Dazwischen Kakteen und sonstige Spielereien. Es gibt eine Art größeres Vogelgehege, einen Bereich für Wasserspiele und auch den obligatorischen Stein- und Bonseigarten. (Asiaten lieben Steine mit Löchern drin!) Und es gibt ebenjene Tropfsteinhöhle.
Wie es sich gehört beginnen wir aber am Anfag des Parks und arbeiten uns zum Ende durch. Da finden wir dann auch einen Stand, an dem wir uns einen günstigen, aber außergewöhnlich guten Kakteensaft erstehen und eine Toilette mit Popo-abwisch-Automatik. Krasse Geschichte. Zwischendurch baue ich dann noch in einem der angelegten Flüßchen einen kleinen Damm und freue mich über den Stausee und blödel an diversen Steinen herum. Dann k
ommt die heiß ersehnte Tropfstinhöhle. Wir kennen das ja mit Stalaktiten und Stalakniten von der Decke bis zum Boden. Hier - nichts davon zu sehen. Das ganze ist ein riesen Reinfall. Wenn nicht der schöne und auf jeden Fall sehenswerte Park darum wäre würden wir direkt unser Geld zurück verlangen. Es tropft zwar überall brav von der Decke, aber leider sind die längsten Kalkgebilde vielleicht einen Zentimeter lang. Das ist also in Korea eine Tropfsteinhöhle. Da müssen koreanische Geologen ja ins Freudenkoma fallen, wenn die mal so eine richtige Tropfsteinhöhle sehen. Beeindruckend ist allerdings der extreme Temperaturunterschied zwischen der Höhle und der Außenwelt.
Zurück beim Tageslicht sieht die Welt wieder schön aus. Wir schleichen noch einige Zeit durch den Park und bewundern diverse nette Pflanzen. Ich lerne auch endlich, daß Ananas nicht, wie ich peinlicherweise immer dachte, an den Bäumen wächst sondern auf dem Boden und sehe Kiwis wachsen. Der Urlaub wir noch direkt zur Bildungsfahrt.
Der Rest des Parks ist zwar sehr schön, bietet aber wenig Abwechslung.
Wir verlassen den Park dann auch recht bald, weil unsere niederländische Begleitung ihren Flieger bekommen mußte. Als Mittagessen gönnen wir uns, echt koreanisch, Ramen-suppe und für Doro Spaghetti.
Der dan
eben liegende Strand ist enttäuschend. Zwar ist die Sandfläche recht groß und der Sand auch weiß, aber der Küstestreifen ist dafür auf wenige Meter begrenzt, überbevölkert und es gibt eine Menge Algen. Da bevorzugen wir doch meinen Geburtstagsstrand.
Wir machen uns recht bald auf den Rückweg. Morgen geht es tauchen und die Wetterkarte zeigt Regen an :-(
Wir werden also früh aufstehen, hoffen daß das Wetter einigermaßen mitspielt und uns dem deutschen Tauchlehrer "Ralf" anvertrauen. Wir freuen uns!





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