Samstag, 21. Juni 2008

Auf Regen folgt Regen,...oder so

Wer hätte es gedacht...es regnet. Wir sind schon extra nicht so früh aufgestanden und haben damit die Zeit zum Duschen auch überschritten (heißes Wasser nur bis 9.00Uhr) und dennoch regnet es auch heute. Da hat Petrus echt kein Erbarmen mit uns. Etwas verzweifelt begeben wir uns dann eben erst einmal in den Internetraum. Von dort aus ist das Maß der Regengüsse erst richtig einzuschätzen. Es schüttet aus allen Kübeln. Im Internetraum treffen wir auf eine Niederländerin, die mit uns an der Yonsei war. Die Welt ist klein.
Nachdem wir unsere gesammelte Fanpost abgearbeitet haben entscheiden wir uns dazu zusammen mit der Niederländerin erst einmal etwas zu essen zu jagen und dann zu Fuß die zwei nächstgelegenen Wasserfälle abzuklappern. Doro entscheidet sich für die einzig richtige Entscheidung bei der anstehenden Wasserschlacht: Flipflops.

Nach den schockierenden Ereignissen der letzten Tage entscheiden wir uns heute für klassische Hamburger Marke Lotteria. Diese Kette ist recht koreanisch und ist an und für sich nicht empfehlenswert, da sie auf alles eine undefinierbare Soße kippen die den westlichen Gaumen nicht wirklich kitzelt. Dafür wissen wir allerdings was drin ist und daß uns kein Auge aus dem Burger anguckt. In dem Fastfood-tempel angekommen scheinen wir zur Attraktion geworden zu sein. Die Kinder zeigen auf uns und gaffen uns an. Wahrscheinlich wundern sie sie, wer so bescheuert sein kann bei diesem Wetter freiwillig als Tourist auf die Insel zu kommen. Als wir halbwegs gesättigt das schützende Dach verlassen stellen wir fest, daß es bereits jetzt auf Grund der herab prasselnden Wassermassen durch unsere Schirme hindurchregnet.
Nach kurzem Marsch haben wir das ehemals friedlich vor sich hinplätschernde Rinsal vom Cheonjiyeon Wasserfall gefunden. Durch die Regenmassen hat es sich in einen braunen mitreißenden Strom verwandelt. Gradezu häßlich. 1000 SKW ärmer dürfen wir uns dem Ungetüm nähern. Die nette Furt ist vollkommen überspühlt und macht das Überqueren des Flußes unmöglich - bleiben wir also auf langweilig befestigten Wagen. Als wir am Wasserfall ankommen hat es kurz aufgehört zu regnen - dafür wird alles von der aufspritzenden Gischt mindestens genauso nass gemacht. Es scheint eine Art Schicksal zu sein die uns verfolgt. Überall neben dem Wasserfall sind kleine Wasserfälle aufgetaucht um die Wassermassen abzuleiten. Normalerweise ist es möglich nah an den Wasserfall heranzutreten. Diese Etage ist aber bedauerlicherweise überspühlt und ist gesperrt. Männo, dabei wollten wir so gerne unsere Waden baden. Wir machen uns daher auch recht bald auf den Rückweg. Petrus will uns ärgern und so beginnt es 5 Minuten nachdem wir den sprühenden Wasserfall verlassen haben erneut zu regnen. Obwohl wir schon kurze Hosen angezogen haben sind auch die inzwischen großteils durchnäßt, unsere T-Shirts sowieso.
Wir laufen los zu Wasserfall Nr. 2, dem Jeongbang Wasserfall. Es ist der einzige Wasserfall Koreas, oder vielleicht auch Asiens oder der Welt der direkt ins Meer fällt. Überhaupt sind Wasserfälle hier voll die coole Sache. Haste nen Wasserfall im Vorgarten biste hier der größte Schneckenchecker überhaupt... Die Strecke sieht kurz aus, stellt sich aber doch als erheblich länger heraus. Dafür stoppt plötzlich der Regen. Die Luftfeuchtigkeit gleicht das aber locker wieder aus. Es zieht zudem eine Art Dunst auf der uns im Trockenen badet. Interessantes Gefühl. So muß sich ein eingelegter Hering fühlen. Wir beschließen die Herinskonserven demnächst alle wesentlich mitleidsvoller anzugucken und stiefeln weiter. Dabei fällt uns auf, daß die Koreaner entweder die Entfernungen falsch bemessen haben oder die Ziffer auf dem Schild schlicht die Meterzahl bis zum nächsten Schild anzeigt. Frei nach dem Motto: Sahara 200m. Einige Kilometer später nähern wir uns dem Ticketschalter und sind angekommen. Es regnet immer noch nicht, die Sonne scheint auch nicht.
Wir stiefeln diverse recht glitschige und gewohnt unterschiedlich hohe Stufen hinab bis wir irgendwann den Grund erreichen und uns vor einem recht eindrucksvollen Wasserfall befinden. Hier ist nichts abgesperrt. Wir könnten wenn wir wollten zum Wasserfall schwimmen. Wenn nur das Wasser nicht so dreckig wäre hätten wir das vielleicht sogar gemacht. So halten wir nicht einmal unsere Stelzen in die Brühe. Von der Gischt sehen wir aus wie Geduscht. Überall auf unserer Kleidung sind winzige Wassertröpfchen und auch die Kamera flucht weil sie bei jedem Bild erneut mit einer Dusche versehen wird. Ja, das Klima hier ist nicht sehr high-tech-freundlich.
Auch dieses eigentlich recht idyllische Plätzchen verliert irgendwann seinen Reiz. Der Rucksack wird etwas schwer und wir entscheiden uns, den Heimweg anzutreten. Wir haben auf dem Weg zum Wasserfall Ramen-Suppe eingekauft (das ist die Fertignudelsuppe die etwas scharf ist), die uns über den Abend bringen wird. Im Motel angekommen warten wir noch eine Stunde bis wieder die Heißwasserphase beginnt und dann ist endlich duschen angesagt.
Trotz des beschissenen Wetters war es doch erstaunlich nett. Beeindruckend wie ausgeglichen wir doch sind. Jing und Jang haben wohl auf uns abgefärbt. Auf Regen folgt Sonne. Und so sagt die Wettervorhersage für morgen etwas Sonne an. Wir sind gespannt.

1 Kommentar:

Jannie Funster hat gesagt…

Yes, always a happy ending.