Samstag, 26. April 2008

Heiliger Samstag

Die beste Nachricht des Tages ist eigentlich schon eine Nachricht des gestrigen Tages. Wir haben durch ein Wunder unsere Koreanischklausuren beide bestanden. Halleluja! Keiner weiß wie wir (besonders ich) das geschafft haben, aber es hat geklappt. Wer da nun unsere Gebete, unser Betteln oder Flehen also erhört hat möchte ich nicht ausdiskutieren, aber irgendjemand hatte da Mitleid. (Das ganze ändert übrigens nichts an dem Rat diesen Kurs nicht zu wählen!)

Den gestrigen Tag haben wir demnach dann auch etwas entspannter verbracht. Doro hatte sich mit Isa mittags verabredet und wurde auf Grund technischer Probleme versetzt (sowohl unser, als auch Isas Handy haben nach einem Monat minderer Nutzung die Prepaidkarte gesperrt bekommen und nun müssen wir erneut einzahlen) und so wurde das Treffen auf den Abend verlegt. Also sind Doro und ich stattdessen auf die Suche nach ein paar edlen Treterchen gegangen (als hätte sie nicht genug ;-) ) und waren auch erfolgreich. Rund um die EWAH Womens University (wo auch sonst) sind lauter Schuh- und Kleiderläden die uns ein paar nette hochhackige Sandalen (oder wie man das auch immer nennen mag) erfolgreich verkauften. Abends hat sich Doro dann mit Isa getroffen und Anam unsicher gemacht. Eine Gegend mit wenigen, aber dafür sehr netten Studentenkneipen. Ich hatte gehofft ein paar andere Studenten zu treffen um mit ihnen einen zu heben - leider erfolglos. Die einen hatten heute noch ihre letzten Klausuren, die anderen waren vom Gewitter abgeschreckt worden und von der letzten Gruppe wußte ich einfach nicht, daß sie weg gingen. Trauriger Abend.

Heute sollte aber alles etwas geplanter ablaufen. Das World Trade Center war angesagt. Jaja, ihr hört richtig, das WTC. Denn soetwas gab es nicht nur in New York, sondern auch hier gibt es ein solches Center. Wir können nun also behaupten, es gehen zu haben :-)
Naja, nur fast, denn das Gebäude hier ist regelrecht unspektakulär. Viel spektakulärer hingegen ist die darin befindliche COEX Mall. Die hat es immerhin auch schon in den LP geschafft als eine der größten Shoppingmalls in Korea. Und dazu noch mit westlichen Standarts (wie sich herausstellen sollte). In der COEX Mall findet sich außer vielen Läden, dem obligatorischen Karaoke-eckchen und riesen Fressvierteln noch ein großes Kino, sowie ein Aquarium mit 50.000 verschiedenen Fischsorten. Nachdem wir einiges Geld in den Läden gelassen haben und einige sommerliche Kleidungsstücke reicher sind wollten wir uns diesen Fisch-lastigen Spaß nicht entgehen lassen. Mit 15.000 SKW p.P. kein wirklich günstiges Vergnügen. Mann gönnt sich ja sonst nichts, also rein in das Fisch-observatorium, denn auch wenn diese Aquarien weit hinter dem zooähnlichen Ding in Montreal zurück bleiben, sind sie auf Grund ihres typisch koreanischen Stils einfach sehenswert. Oder wer sonst würde eine Toilette, einen Getränkeautomaten und eine Waschmaschine in ein Aquarium umbauen? Einziger Minuspunkt waren definitiv tausende, wuselnder Kleinkinder. Die nerven zumindest mich männliches Wesen irgendwann schon ziemlich. Und wieso hauen die dummen Kinder (und natürlich auch einige dumme Koreaner) immer gegen die Scheiben? Wieso posen die Taucher in den Becken vor den Scheiben, obwohl sie sich darin doch nur spiegeln - selbstverliebt?
Jaja, wie man sieht wirft so ein Aquariumsbesuch doch einige entscheidende Fragen auf die mich die kommende Zeit beschäftigen werden. Ach ja, die Piranhas sind in der Ausstellung leider nicht zu finden gewesen. Also aktuell nur 49.999 Fischsorten - wahrscheinlich hat irgendein koreanisches Kind seine Hand in das Wasser gehalten und das Aquarium mit einem Armstummel statt mit einer Hand wieder verlassen. Die Piranhas wurden also vorerst aus dem Programm genommen. Schon schade.
Nach diesem Erlebnis schlürfen wir noch schnell einen Kaffee, bevor wir uns auf den Rückweg machen. Irgendwie ist die U-Bahn ausgestorben. So wenige Personen waren gradezu gespenstisch ungewöhnlich. Weshalb dieses Jahrhundertphänomen aufgetreten ist bleibt uns ein Rätsel.

Zu Abend waren wir auf eine Geburtstagsfeier in eine Bar eingeladen. Und wie es sich in Europa gehört ist man zwei Stunden nach Anfang der Party noch super in der Zeit. Wir kommen überpünktlich schon anderthalb Stunden nach Beginn der offiziellen Einladung in der Bar an und - niemand da. Das ist schon irgendwie ärgerlich. Also mal kurzerhand im Watts on Tap vorbeigeschaut und glatt mal Kä getroffen. Keine Ahnung, wie sie wirklich heißt (Doro meint Kay "die heißt Kaiiii"), aber sie ist Kanadierin und leidet mit uns unter dem Koreanischunterricht. Zu dritt bilden wir den Tiefpunkt des Kurses. Sie lässt uns wissen, daß die Geburtstagscrew schon in weiter entfernte Gefilde umgezogen ist. Pech, gibts halt kein Geschenk von uns. Wir gesellen uns statt dessen zu ihr auf die Dachterrasse des Watts on Tap und genießen einen netten und günstigen Abend. Óle, so kann es weiter gehen.

Morgen wird mal wieder ausgeschlafen und dann wird das Luxusviertel von Seoul gestürmt. Alles irgendwie voll entspannt so ohne Klausurstreß. Wir planen außerdem einen Trip nach Japan im kommenden Monat. Vielleicht auch China - schaumama.

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